Arbeiten in Südafrika

Das für Afrika milde Klima und die landschaftliche Schönheit reizen viele Europäer*innen, nach Südafrika zu reisen. Der Wunsch nach einem Daueraufenthalt in dem Land ist jedoch schwierig umzusetzen. Da in dem Land eine große Arbeitslosigkeit herrscht, sind lediglich Fachkräfte oder Firmengründende willkommen.

Arbeitsmarkttrends in Südafrika

Bedingt durch die Apartheid gibt es ein großes Anzahl an schlecht bis gar nicht ausgebildeten Arbeiter*innen. Die Tendenz im Land geht eindeutig dahin, einheimischen Arbeitskräfte zu den nötigen Qualifikationen zu verhelfen. Stellen werden in der Regel nur dann mit Ausländer*innen besetzt, wenn der Nachweis erbracht werden kann, dass für diese keine Inländer*innen zur Verfügung stehen. Die gesamte südafrikanische Arbeitsmarkt- und Einwanderungspolitik basiert auf der Prämisse, dass zunächst die Einheimischen Arbeit finden sollen.

Eine Arbeitserlaubnis bekommst du nur, wenn dein Abschluss von der South African Qualification Authority geprüft und anerkannt wird. Jedes Jahr veröffentlicht das südafrikanische Arbeitsministerium eine Liste von Berufsgruppen, die nach einer Quotenregelung (Quota Permits) bevorzugt eine Arbeitserlaubnis bekommen, weil aus diesen Bereichen dringend Fachkräfte benötigt werden. Als Europäer*in hast du gute Chancen, in medizinischen, technischen und handwerklichen Berufen in jeglichen Ländern Afrikas aktiv werden zu können.

Halte dir vor Augen, dass die Arbeitsplätze in der Regel nicht in den Regionen liegen, in denen man üblicherweise Urlaub macht. Generell wirst du in dem Land beobachten, dass die schwarze Bevölkerung an einigen Stellen bevorzugt wird, denn es besteht Nachholbedarf aufgrund der jahrelangen Diskriminierung.

Jobsuche in Südafrika

Sofern du eine Quota Permit hast, kannst und solltest du für 90 Tage in das Land reisen und dort nach einem Arbeitsplatz suchen. Wenn du diese nicht bekommen hast, kannst du eine Arbeitserlaubnis bekommen, wenn du eine Stellenzusage oder ein konkretes Angebot eines südafrikanischen Unternehmens vorlegen kannst. Das Unternehmen muss nachweisen, dass er die entsprechende Stelle zunächst im Land ausgeschrieben hatte.

  • Sofern du eine gute Ausbildung hast, kannst du dich bei experte nach einer geeigneten Anstellung umsehen. Auch careerjet ist ein gutes Portal für Expert*innen.
  • Für Bewerber*innen aus dem Bereich IT, Finanzen, Ingenieurswesen, Produktion und Verkauf bietet sich die Börse Career Junction an.
  • Jobmail hat den Vorteil, dass du dich gleich online auf interessante Stellen bewerben kannst.

Richtig bewerben in Südafrika

Falls möglich, solltest du vor Ort sein, wenn du die schriftliche Bewerbung absendest, denn es kann sein, dass du sehr schnell zu einem Vorstellungsgespräch gebeten wirst. In Südafrika sind die schriftlichen Bewerbungen weniger umfassend als in Deutschland. Verfasse einen zweiseitigen Lebenslauf, in dem du die Bereiche Bildung, Ausbildung und Berufserfahrung so ausführlich wie möglich beschreibst. Füge Referenzen bei, falls vorhanden.

Beim Vorstellungsgespräch sollte deine Kleidung ebenso formell sein wie hierzulande. In kreativen Berufen ist auch T-Shirt bzw. Poloshirt und lange modische Jeans erlaubt. Als „No-Gos“ gelten Sneaker, Sandalen, Bikerboots, bunte  T-Shirts, auffällige Lederjacken und ausgefallener Schmuck.

Das Gespräch selbst unterscheidet sich kaum von denen in Deutschland. Du solltest dich aber vorher über das dort übliche Lohnniveau informieren.

Einreise

Du kannst in das Land mit einem Touristenvisum (Visitor’s Permit) oder einem erweiterten Besuchervisum einreisen, wenn du das Land erst mal nur kennenlernen möchtest. Das ist auch ein Weg, um mit potenziellen Arbeitgeber*innen Kontakt aufzunehmen, wenn du keine Quota Permit hast. Mit diesen Visum darfst du aber auf keinen Fall im Land arbeiten. Du musst für den Antrag auf Arbeitserlaubnis auf jeden Fall wieder ausreisen.

  • Für die Arbeitserlaubnis musst du mit der SAQA Kontakt aufnehmen, denn zunächst ist es wichtig, dass dein Abschluss anerkannt wird.
  • Sobald dieser in Südafrika gültig ist, kannst du einen Antrag auf eine Quota Permit stellen. Mit dieser bekommst du ein Visum für das Land.
  • Nun reist du nach Südafrika und bewirbst dich bei verschiedenen Firmen. Sobald du eine Anstellung hast, meldest du dich beim zuständigen Department of Home Affairs in Südafrika. Die Arbeitserlaubnis muss dann jährlich erneuert werden.

Sofern du keine Quota Permit hast, kannst du nur in dem Land arbeiten, wenn dein zukünftiges Unternehmen einen Antrag stellt und dir eine schriftliche Bestätigung sendet, dass du bei ihm arbeiten kannst.

Südafrikanische Einwanderungspolitik

Südafrika ist kein Einwanderungsland, aber es bietet Ausländer*innen die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen auf Dauer dort zu leben. Wer seit fünf Jahren im Land ist, dort arbeitet oder eine Firma betreibt, kann auf Antrag eine Daueraufenthaltsgenehmigung bekommen. Auch ein Vermögen von über 20 Million Rand (R), das im Land angelegt wird, in Verbindung mit einer einmaligen Zahlung von 100.000 Rand an die Einwanderungsbehörde ermöglichen eine Einwanderung. Die Zuwanderungspolitik soll verhindern, dass das ohnehin stark strapazierte Sozialsystem weiter belastet wird. Wer diesem garantiert nicht schadet oder dessen Arbeitskraft benötigt wird, der ist willkommen.

Weiterführende Links

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