7 Tipps, wie das Reisen nachhaltiger wird

Reisen in die Natur können wir in nur weiterhin erleben, wenn wir unsere Umwelt schützen.
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Nachhaltiges Reisen

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind nicht erst seit gestern Themen, die heute eine große Relevanz besitzen. Da sich das Klima kontinuierlich erwärmt, ist unser Planet gefährdet – selbst, wenn es “nur” 2, 3 oder 4 Grad Erderwärmung sind. Denn die zu schnell ansteigenden Temperaturen bedrohen nicht nur die Pflanzen- und Tierwelt, die sich oftmals nicht so schnell an das neue Klima anpassen kann. Auch wir Menschen, wenn auch vielleicht nicht gleich in jedem Land Europas spürbar, sind in Gefahr: Hitzewellen mit Waldbränden und Dürren, Überschwemmungen oder ein Anstieg des Meeresspiegels kosteten schon etliche Menschen das Leben.

Das Reisen und die Nachhaltigkeit

Leider ist das Reisen nicht gerade dafür bekannt, per se nachhaltig zu sein. Da uns das Reisen am Herzen liegt und wir weiterhin hoffen, dass auch in Zukunft jeder, der reisen möchte, dies guten Gewissens tun kann, sprechen wir uns für das nachhaltige Reisen aus. Das bedeutet nicht, dass nun niemand mehr in den Flieger steigen darf. Viel mehr geht es um ein Bewusstsein für die Umwelt während des Reisens und um das Drehen an den richtigen kleinen Stellschrauben. Die für uns wichtigsten sieben Tipps, zum nachhaltigen Reisen, die vielleicht noch nicht auf jedem Reiseblog zu finden sind, möchten wir daher gerne an dieser Stelle teilen.

1. Mit Gleichgesinnten reisen

Starten wir mit einem etwas ungewöhnlicheren und sehr simpel klingenden Tipp, der gerade daher oftmals unterschätzt wird. Das Reisen mit Gleichgesinnten ist ganz essentiell, wenn es darum geht, Dinge zu unternehmen, die nicht rein auf Spaß und Party ausgelegt sind. Für viele junge Menschen ist es beinahe schon das oberste Ziel jeder Reise, sich allabendlich im Rausch auszuleben und das tägliche Leben zu vergessen. Das ist natürlich auch vollkommen in Ordnung. Andere jedoch bevorzugen es, das Leben neu und anders oder intensiver zu erfahren. Und das kann eben auch durch Begegnungen mit der Natur geschehen.

Diese erlauben einem oftmals einen tiefen Einblick in die Lage unseres Planeten und den Umgang der Menschen mit ebendiesem. Und sorgen nicht selten dafür, dass man im Anschluss ein noch nachhaltigeres Leben zu führen beginnt. Da jedoch jeder weiß, wie stark der Einfluss einer Gruppe manchmal sein kann, sollte diese im Bezug auf die Bedürfnisse, die mit der Reise gestillt werden, harmonieren.

Um es kurz zu machen: Der Einfluss einer Gruppe ist leider oftmals stärker, als der eigene Wille. Wenn einer von fünf Reisenden gerne eine naturnahe Reise erleben möchte, die anderen aber ihr eigenes Vergnügen immer an die oberste Stelle setzen, wird es für den einen “Außenseiter” schwierig. Möchte er, dass die Gruppendynamik nicht leidet und er tatsächlich zum wirklichen Außenseiter der Reise wird, muss er sich wohl oder übel anpassen. Denn zu erwarten, dass alle anderen nachgeben und es ihm gleichtun, ist unrealistisch.

Daher gilt: Von Anfang an die richtigen Reisepartner aussuchen, bestenfalls im gleichen Alter, die das Interesse an Natur und Umwelt teilen. Es gibt für alle, die mit ihrem Wunsch nach Naturerlebnissen im eigenen Freundeskries eher auf taube Ohren stoßen, sogar organisierte Gruppenreisen für genau diesen Zweck. Und nicht selten entstehen hierbei Freundschaften, die das weitere Reisen prägen werden.

2. Romantische Vorstellungen loswerden

Zum Umweltschutz trägt ebenfalls bei, wer sich von romantischen Vorstellungen trennt. Instagram und Co. befeuern Bilder wie in der freien Wildnis aufgeschlagene Zelte mit Blick auf ein grünes Tal oder eine verschneite Berglandschaft. Das mag hübsch aussehen und für die Reisenden und Nächtigenden sogar auch ein tolles Gefühl sein – die Natur freut sich allerdings nur ganz selten über Wildcamper.

Gerade das Wildcamping nämlich beeinträchtigt die Umwelt oft ganz von alleine. Seien es Seifenreste im Waldboden oder ein unabsichtlich zurückgelassenes Stück Klopapier – alleine diese Dinge können die Flora und Fauna schon in schwerer Weise in Mitleidenschaft ziehen. Und mit einem kleinen Campingfeuer, das sich plötzlich ausbreitet und nicht mehr aufhalten lässt, wollen wir gar nicht erst anfangen.

Statt romantischen Reisevorstellungen und blauäugigem Verhalten gilt daher: Immer genau informieren! Das mag ein bisschen anstrengend klingen, die Umwelt aber bedankt sich, wenn Reisende mit der mit Kultur, Geschichte und der Natur des Reiselandes vertraut sind. Und natürlich, wenn sie alles, was sie tun, doppelt überdenken und auf die Nachhaltigkeit prüfen.

3. Möglichst ausschließlich lokale Angebote unterstützen

Auf lokalen Märkten bekommen Reisende meist die besten und nachhaltigsten Lebensmittel.
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Wer ausschließlich lokale Angebote wählt, profitiert gemeinsam mit den Menschen vor Ort und oftmals auch mit der Umwelt. Zum einen nämlich beziehen etwa lokale und kleine, inhabergeführte Restaurants oder Einkaufsläden ihre Waren vornehmlich ebenfalls aus der Region. Häufig fehlen ihnen die finanziellen Mittel oder Möglichkeiten, Waren von weiter her importieren zu lassen. Oder sie sind kulturell noch so stark an ihre Heimat gebunden, dass sie deren Werte hochhalten und sie unterstützen möchten.

Das Essen schmeckt dann häufig nicht nur frischer und besser, beim Transport der Lebensmittel wird eben auch weniger CO2 produziert und damit die Umwelt geschont. Und das Geld landet eben nicht in der Kasse großer Unternehmen, sondern bei den Menschen im Land, die es in der Regel nötiger haben.

Achtung bei Souvenirs: Selbst manch regionale Händler verkauft aus der finanziellen Not heraus auch einmal Souvenirs aus gefährdeten Tier- und Pflanzenarten oder geschützte Kulturgüter. Hier gilt es, genau hinzuschauen und eventuell zu verzichten. Lokales Handwerk dagegen ist meist unbedenklich.

4. Eine Vorbildfunktion einnehmen

Wer sich während seiner Reisen umweltbewusst verhält, muss dieses Verhalten nicht verstecken. Im Gegenteil: Es ist wichtig, gerade auch den Menschen vor Ort zu zeigen, dass es sinnvoll und essentiell ist, dass der Mensch bei allem, was er tut, auch Rücksicht auf die Natur nimmt. Denn gerade in Entwicklungsländern gelten oftmals Dinge, die Menschen aus westlichen Ländern tun, als enorm erstrebenswert.

Da die Bildung in vielen dieser Länder nicht annähernd so gut ist, wie die bei uns, kann es für dort Einheimische ganz entscheidend sein, irgendwann einen sympathischen Reisenden zu sehen und dessen nachhaltiges Verhalten zu beobachten. Im besten Falle nämlich adaptieren andere das Verhalten – selbst, wenn das nur aus dem Gedanken eines scheinbaren “Trends” heraus entsteht. Hauptsache, die Natur profitiert davon. Nicht selten finden junge nachhaltig Reisende auf ihren Reisen auf diese Weise sogar ihre berufliche Bestimmung. Inzwischen gibt es auch etliche Auslandsjobs im Bereich Umwelt und Natur, die dann plötzlich relevant werden. Es handelt sich hier durchaus um ein spannendes Feld mit großer Perspektive!

5. Lernen, dass ein “Nein” in Ordnung geht

Unerfahreneren Reiselustigen fällt es häufig schwer, sich von Angeboten Einheimischer zu distanzieren. Sie haben vorher gelernt, dass der Respekt der fremden Kultur gegenüber ganz wichtig ist und es sich gehört, sich auf das Andere und Fremde einzulassen.

Das allerdings bedeutet nicht, dass alles, was Einheimische machen, sagen oder einem anbieten, auch gut ist. Die bereits erwähnten Souvenirs sind nur ein Beispiel dafür. Nicht selten werden auch typische, vermeintlich heimische Spezialitäten angeboten, die moralisch enorm fragwürdig sind. Das große Stichwort ist hier vor allem Tierquälerei. Elefantenritte oder Fotos mit Raubkatzen und Ähnliches gehen meist auf Kosten der Gesundheit und des glücklichen Lebens der Tiere.

Deshalb gilt es, auch selbstbewusst “Nein” sagen zu können und nur das zu tun, was das eigene ethische und nachhaltige Gewissen mit sich vereinbaren lässt.

6. Langsam reisen

Regionale Fortbewegungsmittel wie Rikschas sind etwa eine tolle Alternative zu Zug oder Bus.
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Eine weitere Grundregel, die alle nachhaltigen Reisenden verbindet: Wenn es die Wahl zwischen einer extrem schnellen und einer eher gemächlichen Reisemöglichkeit gibt, ist zweitere meistens die nachhaltigere. Denn zu Fuß, per Fahrrad oder auch Kanu ist der Einfluss auf die Umwelt nur gering, bis kaum vorhanden. Der sogenannte ökologische Fußabdruck steigt, je größer und schneller das Fortbewegungsmittel wird. 

Wer doch einmal schneller wohin muss, nutzt am besten Ort Taxen, Rikschas, Tuk Tuks oder andere landestypische Fortbewegungsmittel. Damit lassen sich zumindest lokale Strukturen und Einheimische unterstützen. Und wer Glück hat, bekommt auch noch einen Geheimtipp mit auf den Weg, der sich in den üblichen Reiseführern noch nicht findet.

7. Die Klimaanlage auslassen

Und zum Abschluss gibt es doch noch einen Tipp, der sich vielleicht häufiger im Bezug aufs nachhaltige Reisen findet, den wir aber einfach nicht weglassen können und wollen: Das Verzichten auf die Klimaanlage. Denn diese zieht unglaublich viel Strom, vor allem wenn sie den ganzen Tag läuft, und das schadet der Umwelt. Leider ist es in vielen warmen Ländern – gerade, wenn das Umweltbewusstsein noch nicht so in den Köpfen der Menschen dort angekommen ist – so, dass Klimaanlage und Ventilatoren einfach gar nicht ausgeschaltet werden.

Auch hier also sollten Reisende mit gutem Beispiel vorangehen. Und beweisen, dass selbst sie die warmen Temperaturen aushalten, obwohl sie diese von Zuhause vielleicht nicht gewohnt sind. Vor allem draußen gilt natürlich: Fächer nicht vergessen, Schattenzeiten einhalten und sich Abkühlungen verschaffen. Und eincremen nicht vergessen – am besten mit umweltverträglicher Sonnencreme!

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