Verreisen mit dem Pkw

Quelle: congerdesign / pixabay.com

Wichtige Vorkehrungen für Sicherheit und Komfort 

Das Reisen mit dem Auto bringt viele Vorteile mit sich. Insbesondere die Flexibilität ist für viele ein überzeugendes Argument. Man kann flexibel Pausen machen, spontan Zwischenstopps einlegen und ist auch am Reiseziel unabhängig mobil unterwegs. Damit es während der Fahrt weder gefährlich wird noch an Komfort mangelt, müssen wichtige Vorkehrungen getroffen werden. Wir fassen zusammen, woran du denken solltest.

Korrekt beladen – von Kofferraum bis Fahrradträger

Die Beladung des Fahrzeugs hat großen Einfluss auf das Fahrverhalten. Dass sich der Bremsweg mit zunehmendem Gewicht verlängert, dürfte den meisten klar sein. Dass sich je nach Schwerpunkt auch die Straßenlage in Kurven erheblich ändert oder sich Gepäckstücke im Innenraum in riskante Wurfgeschosse verwandeln können, wird hingegen gern vernachlässigt. Nachfolgend wesentliche Tipps für sinnvolles Beladen:

  • Schwere Koffer gehören in den Kofferraum möglichst nah an die Rückbank und ganz nach unten. So wird der Schwerpunkt des Autos positiv geprägt. Dieser sollte tief liegen.
  • Das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs inklusiv Zuladung darf nicht überschritten werden. Angaben hierzu findest du in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) beim Punkt „Technisch zulässige Gesamtmasse in kg“. Abzüglich des Leergewichts, welches im genannten Dokument ebenfalls zu finden ist, erhält man einen guten Anhaltspunkt für die maximal erlaubte Zulassung. Da es Abweichungen zwischen den Angaben in der Zulassungsbescheinigung und dem tatsächlichen Gewicht geben kann, sollte das Gewicht nie ausgereizt werden.
  • Zwischen Fahrgastraum und Kofferraum darf eine räumliche Trennung nicht fehlen. Ein Gepäckraumgitter verhindert, dass Gepäckstücke bei einer Vollbremsung oder einem Aufprall nach vorne katapultiert werden und Insassen verletzen.

Gut zu wissen: Unzureichend gesichertes Gepäck prallt bereits bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h mit etwa dem 30- bis 50-fachen an Eigengewicht in den Fahrgastraum. Das kann im Ernstfall lebensbedrohlich sein. Wer mit mangelhaft gesicherter Ladung erwischt wird, muss deshalb mit einem Bußgeld rechnen. Da auch Hunde als Ladung gelten, sind sie ebenso angemessen zu sichern. Hierbei sind stabile Hundetransportboxen empfehlenswert. Sie schützen sowohl Personen als auch die Tiere selbst vor Verletzungen.

Passen nicht alle Gepäckstücke in den Kofferraum, kann das Dach des Autos mit passendem Zubehör für den Transport ausgestattet werden. Mit Trägersystemen lassen sich beispielsweise Boxen montieren, um Reisetaschen, Zelte oder die Wintersportausrüstung unterzubringen. Die Internetseite dachbox.org informiert über die verschiedenen Arten der Dachgepäckträger und dessen Auswirkungen auf Luftwiderstand und Benzinverbrauch. Außerdem findest du im Ratgeber Details über empfehlenswerte Produkte führender Hersteller. Generell hat der Transport von Bikes, Gepäck und Co. auf dem Dach den Vorteil, dass die Sicht nach hinten aus dem Heckfenster nicht negativ beeinträchtigt wird. Das bringt Komfort beim Fahren und Einparken sowie zusätzlich Sicherheit. Auch der Zugang zum Kofferraum bleibt frei. Die Auswirkungen auf das Fahrverhalten dürfen aber nicht unterschätzt werden. Da sich der Luftwiderstand erhöht und Luftverwirbelungen entstehen, ist unter anderem in Kurven, auf Brücken und beim Passieren von Lkws bei hoher Geschwindigkeit Vorsicht geboten.

Sicherheitsrelevante Merkmale prüfen: Reifen!

Neben der Beladung sind die Reifen bei der Vorbereitung auf die bevorstehende Reise entscheidend. Vor längeren Strecken müssen Profil und Luftdruck geprüft werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt in Europa zwar nur 1,6 Millimeter, für maximale Sicherheit ist aber mehr erforderlich. Bei Sommerreifen sind drei Millimeter ratsam, bei Winterreifen Minimum vier Millimeter. Da außerdem der Gummi mit den Jahren porös wird und die Reifen dann nicht mehr ausreichend Haftung auf Straßen bieten, sollten sie spätestens nach sechs Jahren ersetzt werden. Der Luftdruck muss an die Zuladung angepasst werden. Halte dich dahingehend an die Herstellerangaben in der Betriebsanleitung des Autos!

Tipp: Ein Reifenschaden ist insbesondere bei Urlaubsreisen über viele Kilometer immer möglich. Gut, wenn für den Ernstfall vorgesorgt wurde und man sich mit einem Ersatzreifen selbst helfen kann. Warnwesten, Warndreieck, Wagenheber und Radkreuz sollten griffbereit sein. Gleiches gilt für Ersatzglühbirnen, Verbandskasten, Starthilfekabel und Motorenöl.

Bremsen, Licht und Co.

Vor einer Auslandsreise sollte ein Profi die Bremsen kontrolliert. Er prüft zum Beispiel die Bremsbelags-Reststärke von Scheibenbremsen, die Bremsflüssigkeit und die Bremsleistung. In vielen Werkstätten ist dieser Service kostenlos. Nachfragen kann sich lohnen! Vor Reisebeginn außerdem Ölstand, Scheibenwischer und Fahrzeugbeleuchtung checken! Geht es in die Kälte, dürfen eine warme Decke pro Person nicht fehlen. Kommt es zu längeren Staus oder einer Panne, können sich die Insassen warmhalten. Auch Frostschutzmittel im Scheibenwischwasser ist im Winter elementar. Weiterführende Informationen zum Reisen mit Auto und eine Checkliste für die dafür nötigen Reisedokumente findest du im tui-Reiseblog. Der Touristikkonzern hat ergänzende Tipps zum Thema Entertainment und Entspannung beim Reisen mit Kindern arrangiert.

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