Unterwegs lernen

E-Learning für Jugendliche im Ausland

Abbildung 1: kreatikar @pixabay.com

In einem fremden Land zur Schule gehen oder ein Praktikum absolvieren: ein Auslandaufenthalt ist für Schüler eine tolle Gelegenheit, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern, den eigenen Horizont zu erweitern und selbständiger zu werden. Dank diverser Formen des E-Learnings können sie heute zeitgleich den aktuellen Unterrichtsinhalten folgen oder sich auf die Zeit nach dem Auslandsaufenthalt vorbereiten. Doch welche Formen des E-Learning gibt es und wo liegen seine Vor- und Nachteile?

Was genau ist E-Learning?

Früher lernten Schüler fast ausschließlich mit Büchern. Heute ist einer der Vorteile, in einer digitalisierten Welt zu leben, die Möglichkeit, potentiell immer und überall dem Unterricht folgen zu können und an Lernhilfen zu gelangen. Generell beschreibt das E-Learning (Englisch: Electronic Learning) alle denkbaren Formen des Lernens über elektronische Geräte. Häufig werden Begriffe wie „Online-Lernen“ oder „computergestütztes Lernen“.

Das Marktforschungsinstitut mafo hat in einer repräsentativen Umfrage ermittelt, dass 57% der Schüler beim Erledigen der Hausaufgaben per Smartphone oder PC im Internet nach unterstützenden Inhalten suchen. Und auch verschiedene Unterrichtsformen sind beim E-Learning möglich, darunter beispielsweise die Wissensvermittlung via Lernsoftware oder das Lernen im virtuellen Klassenraum.

Welches sind die Vorteile?

Ein klarer Vorteil des E-Learnings ist seine Zeit und Ortsunabhängigkeit. Das elektronische Lernen ist weder an einen speziellen Ort noch an eine zeitliche Vorgabe gebunden. Jeder Schüler kann dabei in seinem eigenen Tempo lernen – indem er genau die Informationen abruft, die zu seinem gegenwärtigen Niveau passen. Ob Spanisch-Vokabeln oder Dreisatz-Rechnung – ein Schüler im Ausland kann sich beispielsweise Videos zu den Themen ansehen, welche aktuell von den Mitschülern in Deutschland durchgenommen werden.

E-Learning bietet für jeden Lernenden einen eigenen Zugang, da der Unterrichtsinhalt unterschiedlich schnell verstanden wird. Mit Hilfe von E-Learning kann jeder Lernende sein eigenes Lerntempo festlegen, was sehr sinnvoll ist. Wer Erklärungen oder Übungen einmal nicht so schnell erfasst, wiederholt das Thema einfach, bis die Lerninhalte sitzen. Durch das Onlinelernen können Schüler selbst entscheiden, wie lange sie sich mit einem Thema beschäftigen möchten.

Übrigens: Krankgeschriebene Schüler haben an manchen Schulen heute sogar die Möglichkeit, dem Unterricht per Skype von zuhause aus zu verfolgen und aktiv an ihm teilzunehmen.

Gibt es auch Nachteile?

Zwar bringt das E-Learning viele eindrucksvolle Vorteile mit sich, doch natürlich kann es auch Nachteile geben. Zu diesen gehört etwa, dass der Schüler ein relativ hohes technisches Verständnis haben muss. Dieses ist selbst in der heutigen Zeit nicht automatisch gegeben. Die Schüler können komplexen Präsentationen mit verschiedenen Dateiformaten begegnen. Auch bedarf es der nötigen Technik, allen voran einem leistungsfähigen Endgerät und einer stabilen Internetleitung mit genügend Bandbreite. Die Belastung durch das viele Arbeiten am Bildschirm sollte ebenfalls bedacht werden.

Außerdem ist der Nachteil der häuslichen Gemütlichkeit nicht zu unterschätzen. Die meisten Jugendlichen sagen, dass es schwieriger ist zu Hause zu lernen, weil es zu entspannend sei. Auch gibt es zuhause mehr Ablenkung.

Abschließend lässt sich also sagen, dass Schüler, denen früh das nötige Know-How beigebracht wird und denen der Zugang zum technischen Gerät zur Verfügung gestellt wird, viele Vorteile aus den Möglichkeiten des E-Learnings ziehen können. Auslandsaufenthalte bedeuten so nicht mehr, dass man Schulstoff verpasst – sofern es nicht am eigenen Antrieb magelt.

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