Umzug ins Ausland – so gelingt das Auswandern

Umzugskartons

Wer Deutschland den Rücken kehren möchte, sollte dies nicht übereilen. Für einen reibungslosen Umzug ins Ausland sind viele organisatorische Dinge zu klären. Dabei ist es wichtig, Zeit einzuplanen und mit System vorzugehen. Mit diesen Tipps klappt das Auswandern bestimmt.

Neues Land, neue Sitten

Der Umzug in ein anderes Land läuft nicht so ab, wie der Umzug in eine andere Stadt. Viele Länder verlangen, dass bestimmte Einwanderungskriterien erfüllt werden.

Wer innerhalb der Europäischen Union umzieht, braucht keine spezielle Wohn- und Arbeitserlaubnis. Auch in sozial- und steuerrechtlicher Sicht herrschen in den Ländern der EU für einen Deutschen dieselben Bedingungen wie für die Einheimischen.

Außerhalb Europas benötigen Auswanderer meist eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung. Bei der Bewerbung müssen sie bestimmte Kriterien erfüllen, die von Land zu Land unterschiedlich sind.

Vor dem Umzug ins Ausland sollten Auswanderer ihr Zielland gut kennen lernen. Dazu gehören längere Aufenthalte außerhalb der idealen Reisezeit. Nur so lässt sich abschätzen, ob man sich in dem Land wirklich ganzjährig wohlfühlt. Zudem gilt es, sich Sprachkenntnisse anzueignen und diese zu verbessern. Ein Blick auf die Arbeits- und Wohnsituation ist ebenfalls entscheidend.

Finanzierungsfragen zur Auswanderung

Auswanderer sollten über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, bevor sie sich in einem anderen Land eine Zukunft aufbauen. Das Geld sollte für circa sechs Monate reichen, um ohne Einkommen leben zu können. Schließlich braucht die Suche nach einer Wohnung und nach einem geeigneten Job zum Leben etwas Zeit. Falls es wider Erwarten nicht möglich ist, Fuß zu fassen, sollte in dem Budget auch das Geld für die Rückkehr nach Deutschland enthalten sein.

Eine finanzielle Unterstützung vom deutschen Staat kann ein Auswanderer nicht erwarten. Eine Ausnahme gibt es: Bezieher von Arbeitslosengeld I erhalten es bei einem Umzug ins Ausland bis zu sechs Monate lang weiterhin. Dies gilt aber nur, wenn sie in ein EU-Land auswandern.

Welche Dokumente werden benötigt?

Bei der geplanten Auswanderung sollten die benötigten Dokumente auf dem aktuellen Stand sein. Hierzu gehören ein gültiger Reisepass und der Impfpass. Anhand des Impfpasses lässt sich prüfen, ob der Auswanderer alle Impfungen hat, die in dem Zielland verlangt werden. Über die Einreisebedingungen gibt das Auswärtige Amt Auskunft.

Auswanderer sollten sich auch erkundigen, ob der Führerschein im Zielland anerkannt wird. In den meisten europäischen Staaten ist dies der Fall. In vielen außereuropäischen Ländern wird nur ein internationaler Führerschein anerkannt.

Der Versicherungscheck

Die Krankenversicherung bietet nur Schutz, wenn der Versicherte sich hauptsächlich in Deutschland aufhält und dort auch seinen Wohnsitz hat. Für einen längeren Auslandsaufenthalt kann die Versicherung außerhalb der gesetzlichen Fristen gekündigt werden. Im Zielland muss sich der Auswanderer mit den dortigen Bedingungen des Krankenversicherungsschutzes auseinandersetzen.

Hinsichtlich der Rentenversicherung ist zu prüfen, ob das Zielland mit Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen vereinbart hat. Ohne ein Sozialversicherungsabkommen kommen die im Ausland erworbenen Rentenversicherungsansprüche in Deutschland nicht zur Geltung. Dem Auswanderer steht es allerdings frei, weiter in die Deutsche Rentenversicherung einzuzahlen.

Darüber hinaus sollten sich Auswanderer über die Möglichkeit einer Haftpflichtversicherung informieren. Ob es diese im Ausland gibt und wie sie im Schadenfall vorgeht, ist in jedem Land anders geregelt. Abhängig vom Versicherungsunternehmen in Deutschland können Versicherungsnehmer bis zu fünf Jahre nach dem Umzug ins Ausland privat haftpflichtversichert bleiben.

Den Umzug ins Ausland organisieren

Ist das Organisatorische geklärt, kann der Umzug ins Ausland beginnen. Hierbei fällt ebenfalls Arbeit an: Ausmisten, Kisten packen, den Transport organisieren, Möbel ab- und wieder aufbauen und vieles mehr. Wer diese Arbeiten nicht allein bewältigen kann oder möchte, sollte die Unterstützung eines versierten Umzugsunternehmens in Anspruch nehmen. Ein Vergleich der Umzugsdienstleister lohnt sich, denn nicht jedes Unternehmen bietet die Leistungen zum gleichen Preis an. Zudem ist nicht jedes Unternehmen gleichermaßen auf Umzüge ins Ausland spezialisiert.

Fazit

Ein Auslandsumzug lässt sich nicht von heute auf morgen realisieren. Wer auswandert, sollte sich einen strukturierten Plan zurechtlegen. Dabei hilft unter anderem der Auswander-Ratgeber des Bundesverwaltungsamts. Je besser die Organisation des Vorhabens ist, desto schneller fühlen sich Auswanderer in der neuen Heimat wohl.

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