Neuseeland Tipps

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Neuseeland ist ein westlich geprägtes und offenes Land, in dem Reisende aus Europa schnell Anschluss finden können. Mit den gut gelaunten „Kiwis“ ist es nicht schwer, neue Freundschaften zu knüpfen. Trotzdem ist am anderen Ende der Welt längst nicht alles vertraut. In dem neuen Umfeld müssen sich Reisende erst einmal zurechtfinden. Dazu gehört es auch, Gefahren und Gesetze zu kennen sowie mit den Transportmitteln vertraut zu machen. Hier sind die wichtigsten Tipps für den neuseeländischen Alltag – von A wie Autofahren bis Z wie Zoll.

Alkohol & Rauchen in Neuseeland

In Neuseeland dürfen Volljährige ab 18 Jahren Alkohol konsumieren. Bier und Spirituosen werden in Supermärkten oder Liquor Stores bzw. Outlets vertrieben. Gaststätten benötigen für den Alkoholausschank eine gesonderte Erlaubnis. Wer aus Sicherheitsgründen nicht ständig seinen Pass mit sich führen möchte, kann für 35 Dollar eine Hospitality NZ 18+-Karte beantragen. Diese wird von Türstehern und Kontrolleuren als Ausweisdokument akzeptiert.

Nichtraucher werden in Neuseeland stark geschützt. Rauchen ist in der Öffentlichkeit untersagt. Dazu zählen zum Beispiel öffentliche Gebäude und Plätze, Bus und Bahn, Lebensmittelmärkte und Gastronomie sowie Einkaufshäuser. Auch am Arbeitsplatz darf keine Zigarette angezündet werden.

Arbeiten in Neuseeland

Work & Traveller im Alter von 18 bis 30 Jahren reisen meistens mit dem „Working Holiday Visum“ ein. Damit sind sie berechtigt, einer bezahlten Arbeit nachzugehen. Die Suche nach einer geeigneten Beschäftigung nimmt meistens ein bis zwei Wochen in Anspruch. Schnell geht es, wenn die nötigen Unterlagen (zum Beispiel der Lebenslauf) bereits vorab so gut wie möglich gefertigt werden. Hierzu empfehlen ich euch sich mit mir in Verbindung zu setzen, da ich jemanden in Auckland kenne, der früher selbst gereist ist und heute Backpackern den Start in Neuseeland erleichtert.

Work & Travellern in Neuseeland steht eine breite Auswahl an Jobs offen. Die Gastronomie und Hotels sind oft auf der Suche nach fähigen Mitarbeitern. Hier sind Englischkenntnisse natürlich von Vorteil. Insbesondere in der Sommersaison von Dezember bis Februar herrscht eine Personalnot. Auch in der Landwirtschaft gibt es zahlreiche Tätigkeitsfelder, zum Beispiel im Garten- oder Weinanbau.

In Neuseeland haben alle volljährigen Arbeitnehmer ein Anrecht auf einen Mindestlohn in Höhe von 13,75 Dollar pro Stunde, wobei von diesem Beitrag allerdings noch Steuern abgeführt werden müssen. Pro Jahr sind mindestens vier Wochen Urlaub vorgesehen. Wer sich in der kurzen Zeit nicht frei nehmen kann, erhält einen zusätzlichen „holiday pay“ in Höhe von acht Prozent. An gesetzlichen Feiertagen steht Arbeitnehmern die 1,5-fache Vergütung zu.

Autofahren in Neuseeland

Der Benzinpreis liegt im Frühling 2016 bei etwas über einem Euro bzw. 1,75 neuseeländischen Dollar. Deshalb ist es eine preiswerte Reisemöglichkeit, ein Auto zu mieten oder zu kaufen. In Neuseeland sorgt vor allem der Linksverkehr für Umstellungsschwierigkeiten. Deshalb ist es sinnvoll, sich auf einer entlegeneren Strecke erst einmal an den anderen Verkehrsfluss zu gewöhnen.

Sprachreisende dürfen während ihres gesamten Aufenthalts mit einem ausländischen Führerschein fahren. Ein internationaler Führerschein wird ebenfalls akzeptiert, ist jedoch nicht zwingend notwendig. Wer bereits ein Jahr in Down Under verbracht, benötigt jedoch zwingend einen neuseeländischen Führerschein.

Elektrizität und Strom in Neuseeland

In Neuseeland ist die Netzspannung identisch wie in Deutschland (230 Volt). Allerdings sind die Steckdosen anders gebaut und verfügen über drei Pins. Einer der drei Schlitze ist aus Sicherheitszwecken als Erdung konzipiert. Um elektrische Geräte aufzuladen, ist ein Adapter notwendig. Im Online-Handel oder im Outdoor-Geschäft ist ein solcher Adapter für fünf bis zehn Euro zu haben.

Geld & Lebenshaltungskosten

In Neuseeland ist es kaum nötig, Bargeld mit sich zu führen. Auch in entlegenen Ecken können Reisende mit ihrer Kreditkarte zahlen. Trotzdem kann es nicht schaden, ein wenig Bares mit sich zu führen.

Für einen Euro erhält man Mitte März 2016 rund 1,67 neuseeländische Dollar. Erfahrene Touristen berichten, dass etwa 75 bis 100 Dollar pro Tag als Budget ausreichen. Das entspricht ca. 50 bis 65 Euro. In teureren Städten wie Auckland oder Wellington kann aber mehr Geld benötigt werden als zum Beispiel in Queenstown oder Nelson. Für teure Aktivitäten wie Bungee-Jumping sollte zusätzliches Kapital eingeplant werden.

Die Ausgaben für Essen & Trinken sind ähnlich wie in Deutschland. Ab und zu können sich Reisende im Restaurant für 30 Dollar ein mehrgängiges Menu gönnen. Bier und Wein kosten in der Gastronomie gut sieben bis acht Dollar. Wer in Supermärkten wie Countdown oder Pak&Save einkauft, kann sich selbst ein günstiges Essen zubereiten. Einige wenige Supermärkte haben rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche geöffnet. Standardmäßig machen die meisten Geschäfte jedoch montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr auf. An Feiertagen bleiben vor allem in kleineren Städten die Ladentheken zu.

Impfvorschriften für Neuseeland

Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass es keine besonderen Impfvorschriften für Neuseeland gibt – vorausgesetzt, man reist nicht aus einem „exotischen“ Land ein. Nichtsdestotrotz sollten sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen die Standardimpfungen vorhanden sein. Im Impfpass sollten nach Angaben des Auswärtigen Amts die folgenden Impfungen nicht fehlen:

  • Diphtherie
  • Influenza
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Kinderlähmung (Polio)
  • Masern
  • Mumps
  • Pneumokokken
  • Röteln (MMR)
  • Tetanus

Außerdem kann es bei Reisen in den tropischen Teil Neuseelands, den es an der südlichen Westküste der Südinsel gibt, eine Impfung gegen Hepatitis A und B sinnvoll sein.

Internet und Telefon in Neuseeland

Kostenlose W-Lan-Hotspots gibt es nur in den größten Städten des Landes. Außerdem sind längst nicht alle Hostels mit W-Lan ausgestattet. Einige Restaurants und Bars bieten einen kostenlosen Internetzugang als Service. Wer sich mit den Verwandten in der Heimat oder Freunden innerhalb Neuseelands austauschen möchte, kann auch in ein Internetcafé gehen. Das Surfen im Netz kostet pro Stunde gut fünf bis sechs Dollar. Wer sich mit den Liebsten per Skype unterhält, spart im Vergleich zum Telefonieren Geld.

Etwas aus der Mode gekommen, aber für die Fernkommunikation nützlich sind Telefonzellen. Pro Anruf werden etwa 50 Cent fällig, für jede Minute innerhalb des Landes weitere 50 Cent. Gespräche nach Deutschland oder in andere Länder kosten oft drei Dollar oder sogar mehr. Mit einer Prepaid-Karte lässt sich am besten aus einer Telefonzelle telefonieren. Die Karten sind in vielen Unterkünften, Supermärkten oder Zeitschriftenladen erhältlich. Je nach Kartenanbieter können die Kosten deutlich schwanken. Deshalb ist ein Vergleich der Unternehmen wie Eziphone, NetTel oder SmartTel sinnvoll.

Mit Prepaid-SIM-Karten für das Smartphone sind Reisende deutlich mobiler, allerdings nicht unbedingt günstiger. Solche Karten sind ab rund 35 neuseeländischen Dollar erhältlich. Das Guthaben kann per Kreditkarte über das Telefon oder über Recharge-Cards aus dem Supermarkt aufgeladen werden.

Beim Telefonieren in andere Länder darf die jeweilige Landesvorwahl nicht vergessen werden, zum Beispiel:

  • 0049 für Deutschland
  • 0043 für Österreich
  • 0041 für die Schweiz

Neuseeland selbst hat die Vorwahl 0064.

Kriminalität in Neuseeland

Taschendiebstähle und andere Delikte werden häufig in Touristengegenden registriert. Hier ist Neuseeland keine Ausnahme zu anderen Ländern. Das Auswärtige Amt rät Reisenden, alle wichtigen Pässe und Dokumente stets mit sich zu führen. Gepäck, Wertgegenstände und der Reisepass sollten nicht im Auto oder im Van gelassen werden.

In Unterkünften von Backpackern kommt es laut der Behörde überdurchschnittlich oft vor, dass etwas geklaut wird. Weitere mögliche Gefahren sind außerdem das Trampen und das Zelten abseits von organisierten Campingplätzen, das sogenannte „freedom camping“.

Bei Straftaten oder Notfällen muss in Neuseeland die 111 kontaktiert werden. Unter dieser Nummer erreichen Reisende die Polizei, Feuerwehr oder Ambulanz.

Naturgefahren vor Ort

Neuseeland wird von Zeit zu Zeit immer wieder von leichteren Erdbeben heimgesucht. Deshalb empfiehlt das Auswärtige Amt, sich über ein passendes Verhalten für seismografische Erschütterungen und Tsunamis auseinanderzusetzen. Hier finden sich wichtige Merkblätter zum Thema Erdbeben.

Eine vermeintlich geringere Gefahr, die jedoch oft unterschätzt wird, ist die Sonneneinstrahlung. Die UV-Strahlen wirken um einiges intensiver auf den Körper ein als in Deutschland. In den Sommermonaten von Dezember bis Februar ist eine Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor unabdingbar. Ein Sonnenhut kann den Kopf, Kleidung den Körper schützen. Empfindliche Hauttypen müssen besonders vorsichtig sein und können sich auch durchaus bei bewölktem Himmel eincremen.

Die einzigartige Flora und Fauna Neuseelands gilt als weitgehend sicher. Ein gefährliches Tier ist die Spinne Katipo, die jedoch nur sehr selten vorkommt. Im Notfall muss bis zu drei Tage nach einem Stich ein Gegengift eingenommen werden, denn das Gift ist potentiell tödlich.

Im Meer stellen Haie die größte Gefahr dar. Seit 1837 sind 15 Menschen durch Haiattacken gestorben. Vor allem zwischen Oamaru und Otago Peninsula sind die Raubtiere des Wassers zu beobachten. Surfer sollten sich vor Ort über die Gefahr erkundigen. Schwimmer sind seit mehr als 50 Jahren durch Netze geschützt. Wer an einem bewachten Strand und in einem markierten Bereich ins Meer geht, muss sich also keine Sorgen machen.

Reisezeiten für Neuseeland

Die meisten Work & Traveller strömen im neuseeländischen Sommer von Dezember bis Februar ins Land. Allerdings hat der neuseeländische Nachwuchs zu diesen Zeiten Sommerferien und es sind auch mehr Touristen aus aller Welt unterwegs. Dadurch sind die gängigen Sehenswürdigkeiten deutlich stärker besucht als zu anderen Zeiten und zum Teil deutlich überfüllt. Auf der anderen Seite ist das Wetter so gut wie zu keiner anderen Jahreszeit und es ist beispielsweise im Norden heiß genug, um schwimmen zu gehen. Außerdem gibt es zu dieser Zeit die besten Möglichkeiten, als Traveller eine bezahlte Arbeit zu finden.

Außerhalb der Hauptsaison lässt sich Neuseeland idyllischer erkunden, wenn der Touristenansturm vorbei ist. Ende Februar sowie im März und April ist das Wetter im neuseeländischen Herbst meistens noch recht konstant. Es ist oft noch warm genug, um ins Wasser zu steigen. Die Preise fallen aber meistens erst ab April erheblich. Auch im Frühling ist Neuseeland eine Reise wert: Im November kosten die Unterkünfte etwa drei Viertel des Hauptsaisonpreises. Reisende können aber nicht mit ganz so beständigem Wetter rechnen wie im Sommer.

Für Skifans ist ab Anfang Juni genau die richtige Zeit, um in den südlichen Teil Neuseeland zu reisen. Traditionell beginnt die Skisaison am ersten Montag des Junis am Geburtstag der Königin (Queen’s Birthday).

Transportmöglichkeiten vor Ort

Neuseeland ist im Vergleich zum großen westlichen Nachbarn Australien deutlich weniger weitläufig. Mit einer Fläche von 268.021 Quadratkilometern ist das Land kleiner als Deutschland. Wer auf einer Sprachreise oder beim Work & Travel mehrere Wochen oder einige Monate Zeit mitbringt, kann die Vielfalt Neuseelands gut erkunden.

Neben dem Auto gibt es weitere beliebte Transportmittel, die auf der Entdeckungstour in Anspruch genommen werden können. Am häufigsten nutzten Touristen neben Mietwagen und einem gekauften Fahrzeug Busse, die in alle Richtungen des Landes fahren. Bekannte Anbieter sind unter anderem Kiwi Experience oder Magic Bus. Neben Einzelfahrten können auch Pässe erworben werden, die im gesamten Streckennetz für einen bestimmten Zeitraum gültig sind.

Deutlich weniger modern ist eine Fahrt mit der Eisenbahn. Die Infrastruktur der Bahn ist schlecht, nur drei Strecken stehen zur Auswahl. Zwischen Auckland und Wellington sowie Arthur’s Pass und Greymouth ist TranszScenic zuständig. Der TranszCoasta fährt täglich zwischen Picton und Blenheim.

Fähren bringen Reisende außerdem von der einen auf die andere Hauptinsel Neuseeland. Die Überfahrt führt von Wellington nach Picton sowie in die entgegengesetzte Richtung. Pro Tag legen die Fähren mehrmals ab. Trotzdem sollte vor allem im Sommer im Voraus ein Platz reserviert werden. Für die große Überfahrt gibt es zwei Unternehmen. Günstiger, aber langsamer ist Bluebridge. Am schnellsten geht es mit dem teureren Anbieter Interislander. Fahrzeuge können im Übrigen nicht verschifft werden. Mietwagenfirmen stellen auf der anderen Seite ein anderes Auto zur Verfügung.

Unterkunft in Neuseeland

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, in Neuseeland zu übernachten. In welche Unterkunft ein Reisender einkehrt, hängt letztendlich mit dem Anspruch und der Verfügbarkeit zusammen. Bed & Breakfasts sind in allen Teilen des Landes zu finden und unter Work & Travellern sehr beliebt. Für ein gutes Hostel werden pro Tag etwa 25 bis 35 Dollar fällig. In Verbindung mit einer Arbeit ist es auch möglich, auf einer Farm zu übernachten.

Sehr günstig sind Jugendherbergen, die allen wesentlichen Anforderungen genügen und meistens in den Touristenzentren liegen. Außerdem ist es eine Alternative, auf Campingplätzen zu übernachten. Insbesondere auf der Südinsel gibt es ein dichtes Netz an Holiday Parks. Es ist allerdings zu beachten, dass es in dem gemäßigten Klima zu bestimmten Jahreszeiten sehr frisch werden kann.

Bei einem ausreichenden Budget gibt es in Neuseeland zahlreiche erstklassige Hotels, die einen höchsten Komfort garantieren.

Die erste Unterkunft nach der Anreise in Neuseeland sollte vor der Landung in Down Under gebucht sein. Zu bestimmten Anlässen kann es in den einzelnen Regionen zu Engpässen kommen, so dass bereits vier Wochen im Voraus alles ausgebucht sein kann. Das kann zum Beispiel zu diesen Ereignissen der Fall sein:

  • Beim Auckland Anniversary Day Ende Januar mit der großen Segelregatta
  • In Queenstown ist zum Start der Wintersaison (Anfang Juni) viel belegt
  • Bei Rugby-Spielen in Wellington und Dunedin

Generell sollte aufgrund des großen Andrangs insbesondere zwischen Dezember und März immer vorausschauend geplant werden.

Zollvorschriften für Neuseeland

Die Neuseeländer haben bei der Ein- und Ausfuhr von Gegenständen strenge Auflagen. Schusswaffen dürfen selbstverständlich nicht mit nach Down Under gebracht werden. Reisende über 17 Jahren können höchstens 4,5 Liter Wein oder Bier sowie maximal drei Flaschen Spirituosen mit jeweils 1,125 Liter befördern. Außerdem sind bis zu 50 Zigaratten oder 50 Gramm Tabak erlaubt. Alle anderen Gegenstände dürfen in ihrer Gesamtheit nicht einen höheren Wert von 700 neuseeländischen Dollar überschreiten.

Auch bei der Ausreise wird stark kontrolliert. Besonders empfindlich sind die naturverbundenen „Kiwis“, was das Sammeln von Pflanzen und das Fangen von Tieren angeht. Ohne eine Genehmigung ist eine solche Ausfuhr, selbst ein Versuch, strafbar.

Laut Auswärtigem Amt wird das Gepäck am Flughafen oftmals intensiv von Spürhunden durchsucht. Für Vergehen gegen die Zollordnung sind harte Strafen vorgesehen. Selbst kleinere Missverständnisse, wie zum Beispiel ein aus Versehen nicht mit angegebenes Obststück, kann ein saftiges Ordnungsgeld nach sich ziehen. Üblicherweise beträgt die Strafe mindestens 400 neuseeländische Dollar, bei größeren Vergehen sind auch Haftstrafen oder Ausweisungen gebräuchlich.

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