Neuseeland Reiseführer

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Ein Trip nach Neuseeland ist wie eine Reise in eine andere Welt. Vor Ort erwarteten Urlauber eine neue Kultur und atemberaubend schöne Landschaften. In den Städten spiegelt sich die gemütliche Mentalität der Neuseeländer wieder. Manche „Kiwis“ sind sogar im Büro barfuß unterwegs – in Deutschland unvorstellbar. Auch von der Gastfreundschaft der Neuseeländer können Urlauber eine Menge lernen.

In diesem Neuseeland Reiseführer informieren wir über die besten Sehenswürdigkeiten in Down Under. Obwohl Neuseeland eine kleinere Fläche als Deutschland hat, sind die Unterschiede in der Natur deutlich größer. Eine Reise nach Neuseeland verspricht grüne Landschaften und Strände mit glasklarem Wasser, aber auch Kraterlandschaften aus Vulkanen sowie imposante Gletscher. Im Wesentlichen besteht Neuseeland aus einer nördlichen sowie einer südlichen Insel mit unterschiedlichem Klima. Im nördlichen Teil befinden sich die Tropen, wo von Dezember bis März viele Touristen das heiße Wetter genießen. Die Temperaturen kühlen umso mehr ab, je weiter man in den Süden reist. Auf der Südinsel herrscht ein gemäßigtes Klima vor. Am kältesten wird es an der Westküste, wo Skifans rund um den Franz-Josef-Gletscher und den Mount Cook auf ihre Kosten kommen.

Neuseelands Städte auf der Nordinsel

Auckland: Großstadtflair und Strandfeeling in einem

Viele Neuseeland Sprachreisende und Work & Traveller zieht es in die größte neuseeländische Stadt Auckland. Die City of Sails liegt im nördlichen Teil der oberen Insel. Bis zum nördlichen Ziepfel sind es mit dem Auto fünfeinhalb Stunden. Mit 1,4 Millionen Einwohnern lebt jeder dritte Neuseeländer in der pulsierenden Metropole. Hier ist die Auswahl an kulturellen Highlights, Kneipen und Events am größten. Ein idealer Platz also, um bei einem Sprachkurs neue Freundschaften zu schließen oder sich in der Hochsaison einen der zahlreichen Arbeitsplätze zu sichern.

Rot im Kalender anstreichen sollten sich Neuseelandreisende das „Auckland’s Pasifika Festival“, zu dem jedes Jahr mehr als 200.000 Menschen nach Auckland pilgern. Das Kulturfestival ist im Südpazifik das größte seiner Art. Außerdem findet am Anniversary Day Ende Februar auch die größte eintägige Segelregatta der Welt statt. Rund um Auckland gibt es so viele Yachthafen wie an kaum einem anderen Platz der Erde.

Architektonisch sind der imposante 330 Meter hohe City Tower sowie die Auckland Bridge bemerkenswert. Die Stadt wurde oberhalb von 50 ruhenden Vulkanen errichtet  und verfügt über kilometerlänge Strände. Die vielen kleinen Buchten sorgen besonders zum Sonnenauf- und Untergang für eine romantische Stimmung. Cineasten können ein Stück außerhalb der Stadt am Piha und Muriwai Surfbeach den Drehort legendären Films „Das Piano“ besuchen.

Wellington: Hauptstadt mit bewegter Geschichte und Gegenwart

Die Hauptstadt Wellington ist um ein Vielfaches kleiner als Auckland. In der neuseeländischen Hauptstadt leben etwas mehr als 200.000 Menschen. Trotzdem muss sich die Stadt am südlichen Zipfel der Nordinsel nicht verstecken. Ein absolutes Muss ist das neuseeländische Nationalmuseum „Te Papa Tongarewa“. Die bewegende Geschichte des Landes mit seinen Ureinwohnern Maori und den weißen Siedlern wird in dem Museum sehr lebendig rübergebracht. Auch die Natur wird auf eindrucksvolle Art und Weise vorgestellt, beispielsweise in einem Erdbebenzimmer. Der Eintritt ist übrigens kostenlos.

Gleich zwei Teams des neuseeländischen Nationalsports Rugby spielen in der Stadt. Die „Wellington Lions“ treten in der nationalen Meisterschaft in ihrem Westpac Stadium an. Die internationale Super Rugby League gastiert bei den Spielen der „Hurricanes“.

Entlang der Küste gibt es zahlreiche Strände zum Entspannen. Lyall Bay lädt zum Wellenreiten, Days Bay zum Baden und der felsige Makara Beach zum Wandern ein. Wellington wird oftmals auch angesteuert, um mit der Fähre auf die südliche Insel Neuseelands überzusetzen. Die „große Überfahrt“ nach Picton findet mehrmals pro Tag statt.

Neuseelands Naturschätze auf der Nordinsel

Fernab der Städte zeigt sich das ursprüngliche Neuseeland, das Reisende besonders außerhalb der Hochsaison für sich allein entdecken können. Hier sind die beliebtesten Reiseziele der Nordinsel, die bei einem Trip auf der Nordinsel auf keinen Fall verpasst werden sollten:

Bay of Island: Historischer Ort mit Postkartenromantik

Im östlichen Teil liegt die Bucht Bay of Islands, die auf ihrem kilometerlangen Küstenabschnitt zahlreiche Postkartenmotive bereithält. Dies ist der perfekte Ort, um im herrlich blauen Wasser und bei tropischen Temperaturen zu fischen, zu segeln oder zu tauchen. Beim Baden können Reisende Seite an Seite mit Delfinen schwimmen.

Auch historisch hat die Bay of Islands eine große Bedeutung:  1840 wurde in der Stadt Waitangi ein Vertrag zwischen den Maori-Stämmen und der britischen Krone unterzeichnet. Die Ureinwohner gaben die Souveränität an Großbritannien ab, behielten im Gegenzug aber die Rechte an der Natur. Der Waitangi Tag ist heute ein wichtiger neuseeländischer Feiertag, der jedes Jahr am 6. Februar zelebriert wird.

Aupouri: Idylle zwischen Pazifik und Tasmanischer See

Ganz im Norden Neuseelands befindet sich die Halbinsel Aupouri. Der „Ninety Mile Beach“ erscheint mit seinen 104 ununterbrochenen Kilometern endlos. Am beinahe nördlichsten Punkt, dem Cape Reinga verschmelzen der Pazifik und die tasmanische See zu einer malerischen Landschaft. Nach dem Glauben der Maori wandern hier die Seelen der Toten in die Südsee zurück. Fernab der Zivilisation weist ein weißer Leuchtturm den Touristen den Weg. Obwohl der Ort oft gut besucht ist, stellt sich ein Gefühl der Idylle ein.

Coromandel: Bad im Natur-Pool aus heißem Wasser

Coromandel ist ebenfalls eine Halbinsel, die vor allem durch den „Hot Water Beach“ Berühmtheit erlangt hat. Aus heißen Quellen strömt an dem Strand Wasser an die Oberfläche. Hier können sich Reisende ganz einfach ihren eigenen sprudelnden Pool bauen. Außerdem sind die Kalkklippen typisch für die Region östlich von Auckland. Die namensgebenden Kathedralen-Höhlen mit Blick auf das Meer sind ein beliebtes Ausflugsziel und ein guter Ort, um einfach mal abzuschalten.

Tongarino Nationalpark: Erlebnis-Reise durch Mordor

Eine ganz andere Facette zeigt die neuseeländische Natur im Tongarino National Park. Die karge Vulkanlandschaft in Mitten der Nordinsel zählt sowohl zum Weltkultur- als auch Weltnaturerbe der Unesco. Auf dem 18 bis 19 Kilometer langen Tongarino Crossing-Wanderweg können Reisende die Natur aus nächster Nähe kennenlernen.

Dafür ist eine gewisse Fitness notwendig, weil die Wanderung anstrengend ist. Alle Sinne werden gefordert, die atemberaubende Aussicht ist ebenso ein Erlebnis wie der Schwefelgeruch. So können Traveller die Strapazen nachempfinden, die der Hobbit Frodo in „Herr der Ringe“ zum Schicksalsberg durchmachen musste. Schließich wurde der Film-Epos hier und in anderen Teilen Neuseelands gedreht.

Rotorua: Heißer Tanz auf dem Vulkan

Ein ähnliches Erlebnis verspricht ein Trip nach Rotorua, ebenfalls im Zentrum der Nordinsel. Die Stadt Rotorua ist eines der beliebtesten Reiseziele Neuseelands ist mit einer sehr hohen geothermischen Aktivität. Hier wird spürbar, welche Kraft von Vulkanen, Geysiren und Schlammmasen ausgehen kann. Wem das noch nicht genug Action ist, der kann in der eindrucksvollen Kulisse Fallschirmspringen, Sommerrodeln oder Moutainbiken.

Wer bis zur White Island an der Bay of Plenty reist, kommt sogar mit aktiven Vulkanen in Berührung. Bei einer Touristentour gehören festes Schuhwerk, eine Atemschutzmaske sowie ein Schutzhelm zur festen Ausrüstung dazu. Die kargen Bedingungen lassen kein Leben zu, so dass die Landschaft wie aus einer anderen Welt erscheint.

Waipoua Forest: In der grünen Lunge des Landes

Die Westküste der Nordinsel ist vor allem dank des Waipoua Forests eine Reise wert. Hier wachsen die zweitgrößten Bäume der Welt. Die Kauri-Bäume sind immer grün und 30 bis 50 Meter groß. Der „Tane Mahuta“ ragt mit 51,20 Metern aus dem Urwald heraus. Die grüne Lunge Neuseelands ist mittlerweile ein geschütztes Naturschutzgebiet und ein weiteres interessantes Ziel für Touristen.

Neuseelands Städte der Südinsel

Christchurch: Kunst- und Kulturszene trotzt Erdbeben

Christchurch ist mit 340.000 Einwohnern die größte Stadt der südlichen Insel. An der Ostküste gelegen, lädt die Metropole zu den typischen Strandaktivitäten ein. Allerdings wird es hier im Durchschnitt nicht so warm wie im Norden des Landes.

Nicht verschwiegen werden darf, dass es in den letzten sechs Jahren mehrmals zu Erdbeben der Klasse 5,7 bis 7,1 MW kam. 2011 kamen 185 Menschen ums Leben. Der Wiederaufbau dauert noch an, wird jedoch auch für neue einfallsreiche Projekte und Gebäude genutzt. Von der alt-englischen Architektur ist trotz der Erschütterungen einiges erhalten geblieben.

Die Konzert- und Kulturszene erblüht, so dass Christchurch eine hohe Anziehungskraft auf junge Leute aus aller Welt hat.  Hier hat übrigens auch das Bungee-Jumping seine kommerziellen Wurzeln. Noch heute gibt es viele Möglichkeiten für Extremsportarten. Richtig voll wird es in der Stadt am Anfang des Monats Juni, wenn die Skisaison beginnt. Dadurch ist es schwerer, eine Unterkunft zu buchen, aber leichter, einen Job zu finden.

Dunedin: Studenten-Stadt mit schottischen Wurzeln

Dunedin liegt ebenfalls an der Ostküste, aber deutlich weiter südlich. Die wohlhabende Stadt wurde 1848 von schottischen Einwanderern gegründet, auch heute sind die Einflüsse unverkennbar. Dunedin hat eine große Tradition, denn hier wurde die erste Universität des Landes errichtet. Heute machen die mehr als 20.000 Studenten für eine lebendige Stadt, die ebenfalls zu den größten Kulturzentren Neuseelands gehört.

Sonniges Nelson als Tor zu den Nationalparks

Nelson liegt ziemlich genau im Zentrum beider neuseeländischen Teile, am obersten Zipfel der südlichen Insel. Die Stadt mit 50.000 Einwohnern zieht vor allem zum Arts Festival und Jazz Festival viele Besucher an. Aufgrund ihrer Nähe zu drei wichtigen Nationalparks ist sie vor allem eine beliebte Durchgangsstation für die Weiterreise. In der Umgebung gibt es außerdem viele Wander- und Radwege. Und zum Entspannen ist Nelson auch geeignet, schließlich ist es die Stadt mit den meisten Sonnenstunden in Neuseeland.

Neuseelands Nationalparks auf der Südinsel

Abel Tasman Nationalpark: Klein, aber fein

Der kleinste neuseeländische Nationalpark bietet entlang der Küste eine traumhafte Aussicht auf Marmorfelsen, strahlend blaues Meer und grüne Wälder. Auf dem Abel Tasman Coast Track können Reisende drei bis fünf Tage lang in Ruhe die unberührte Natur genießen. Abenteuerlustige können den Nationalpark vom Wasser aus mit einer Kajaktour erkunden.

Kahurangi Nationalpark als Geheimtipp für Kletterer

Im Norden der Südinsel liegt der Kahurangi Nationalpark, der erst 1996 eröffnet wurde und deshalb in vielen Neuseeland Reiseführern weniger Beachtung findet als andere Nationalparks. Daher ist er auch von Touristen weniger erschlossen und bietet Natur pur. Wanderer müssen aber eine hohe Ausdauer mitbringen, um sich in der Berglandschaft voranzukämpfen. Der Weg hinauf bis zum Mt. Arthur führt bis auf eine Höhe von fast 1.800 Metern. Der Ausblick in die scheinbar unendliche Weite entschädigt anschließend aber für alle Mühen.

Nelson Lakes-Nationalpark mit glasklaren Seen

Südwestlich von Nelson befindet sich in den Neuseeländischen Alpen der Nelson Lakes-Nationalpark. Die Gewässer Lake Rototiti sowie Lake Rotoroa zählen zu den schönsten Seen des Landes mit kristallklarem Wasser. Auf einer mehrtätigen Wanderung gibt es jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Außerdem können Reisende ihren Ausflug mit anderen Aktivitäten wie Bergsteigen, Jetski oder Angeln kombinieren.

Fiordland-Nationalpark: Malerische Fjord-Landschaft  mit Regenwald

Mit mehr als 12.500 Kilometern ist der Fiordland-Nationalpark im Südwesten der Insel der größte Nationalpark in Neuseeland. Die Gletscher und Berge erreichen eine Höhe von bis zu 2.800 Metern. Entlang der westlichen Seite der Gebirge kommt es so oft zu Niederschlägen wie in kaum einem anderen Ort der Welt. Touristen steuern das Fiordland aber nicht etwa wegen des kalten Regenwaldes, sondern vor allem aufgrund des Milford Sound an. Der Fjord hat sich während der Eiszeit aus Gletschern entwickelt und vereint blaues Wasser, grüne Hügel und weiße Zipfel zu einem wahren Naturerlebnis. Den Milford Sound lassen sich dieallermeisten Neuseelandurlauber nicht entgehen. Besonders spannende Perspektiven bieten Bootstouren, Rundflüge oder Tauchgänge.

Größer, aber schlechter zugänglich ist der Doubful Sound mit einem ebenso atemberaubenden Ausblick. An beiden Fjorden leben Robben, Seebären und Pinguine. An Land gibt es den äußerst seltenen Kakapo zu beobachten, der als einziger Papagei nicht fliegen kann. Am besten lässt sich die Landschaft entlang einer der drei Touristenrouten Milford Track, Kepler Track und der Routeburn Track erforschen.

 Westland Nationalpark: Wandern inmitten riesiger Eismassen

Das Gletscherland im Westland Nationalpark ist immer eine Reise wert. Der zehn Kilometer lange Franz-Josef-Gletscher ist leicht zugänglich und für Alpinfans ein echtes Muss. Bei klarem Wetter kommt die Schönheit der Natur besonders zur Geltung. Ein weiterer Touristenmagnet ist der Fox Gletscher, der ebenso in letzter Zeit stark geschmolzen ist. Zur Küste gehen die Gletscher steil hinunter und wirken dadurch sehr eindrucksvoll.

Mount Cook Nationalpark: Auf Edmund Hillarys  Spuren

Der höchste Berg in den Südalpen ist der Mt Cook, der mit 3.724 Metern bis in die Wolken ragt. In der Sprache der Maori heißt der Berg Aoraki. Der Mount Cook ist immer wieder das Ziel waghalsiger Expeditionen. Der Mount-Everest-Bezwinger Sir Edmund Hillary nutzte den Mount Cook als Training. Für den normalen Urlauber gibt es Möglichkeiten zum Wandern, Skifahren oder zu Überflügen mit dem Helikopter. Rund um den Mount Cook gibt es viele traumhafte Seen wie den Lake Pukaki und beeindruckende Tierarten wie den Bergpapagaien Kea.

Fazit Neuseeland Reiseführer

In diesem Neuseeland Reiseführer werden die unterschiedlichen Seiten des Landes deutlich. Vor Ort gibt es aber noch viel mehr zu entdecken. Wer die Augen aufhält, kann auch abseits der Touristenwege die beeindruckende Schönheit Neuseelands erleben.

Viele Reisende möchten das Land in seiner ganzen Vielfalt kennenlernen. Weil die klimatischen Bedingungen stark schwanken, sollten Touristen für jedes Wetter gewappnet sein. Eine Reise sollte nicht ohne Sommerkleidung, aber auch wärmende Pullover und Jacken angetreten werden. Denn in Neuseeland muss man trotz der vielen sonnigen Phasen jederzeit mit Regen und Wind rechnen. Weitere Tipps für Reisende hält der „Outdoor Safety Code“ der neuseeländischen Naturschutzbehörde DOC bereit.

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