Neuseeländisches Englisch

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Kia Ora und Hallo an alle, die sich für ein Work & Travel oder eine Sprachreise nach Neuseeland interessieren. Wer sich auf einen Aufenthalt in Down Under vorbereitet, sollte auch mit einigen Besonderheiten der Sprache vertraut sein. In den Sprachschulen und im Alltag treffen Reisende auf Touristen aus aller Welt – hier wird ebenso wie im Unterricht ein internationales Englisch gepflegt.

Doch wer mit den Einheimischen in Kontakt kommt, stellt schnell einige Unterschiede vom neuseeländischen zum britischen oder amerikanischen Englisch fest. Selbst geübte Englischsprecher können somit in Down Under ihren Horizont erweitern.

Neuseeländisches Englisch ist einzigartig

In Neuseeland sind zahlreiche Einflüsse aus verschiedenen Sprachen zusammengeflossen. Am anderen Ende der Welt gelegen, kam Neuseeland erst am Ende des 18. Jahrhunderts mit Europäern in Berührung. 1840 wurden die „Kiwis“ unter die britische Krone genommen. Das britische Englisch ist dementsprechend ein großer Einflussfaktor auf die neuseeländische Sprache. Im Süden der südlichen Hauptinsel siedelten im 19. Jahrhundert viele Schotten an, so dass die Region stark vom schottischen geprägt ist.

Die geografische Nähe zu Australien macht sich ebenfalls in der Sprache bemerkbar. Das neuseeländische Englisch kommt in seiner Aussprache dem australischen Englisch am nahesten. Vielen Touristen fällt es schwer, die sprachlichen Unterschiede zwischen den beiden Ländern überhaupt zu bemerken. Auch zu Südafrika, das bekanntlich ebenfalls zum britischen Commonwealth of Nations zählt, sind trotz der Distanz beider Länder einige sprachliche Parallelen erkennbar.

Seit der Ankunft der Europäer hat sich das neuseeländische Englisch natürlich weiterentwickelt. Durch die geografische Isolation des Landes haben sich sprachliche Eigenheiten begeben, die es im Mutterland Großbritannien nicht gibt. Auch das Aufeinandertreffen mit anderen Kulturen führte zu einer Weiterentwicklung der Sprache.

Einflüsse des Maorischen auf das neuseeländische Englisch

Insbesondere die indigenen Ureinwohner Maori haben den neuseeländischen Wortschatz bereichert. Doch nicht immer galt der „Kiwi Slang“ als so angesagt wie heute. Die Maori mussten lange Zeit um Anerkennung ihrer Sprache kämpfen. Die britischen Besetzer lehrten seit 1867 ausschließlich auf Englisch und verboten den Maori ihre eigene Sprache. Auch zu Hause sollten sich Eltern auf Englisch unterhalten. Das führte dazu, dass die Zahl der Muttersprachler immer mehr nachließ. Auch wenn heute immerhin noch 70.000 Ureinwohner Maorisch sprechen, gilt die Sprache als vom Aussterben bedroht.

In den 80-er-Jahren reifte deshalb auch unter den anderssprachigen Neuseeländern die Erkenntnis, die Kultur der Maori fördern zu wollen. Es wurden Maori-Grundschulen errichtet und Fernsehsendungen in der Sprache der Ureinwohner ausgestrahlt. Seit 1987 wurde Maorisch neben Englisch als offizielle Amtssprache Neuseelands etabliert. Öffentliche Gebäude sind deshalb in Sprachen ausgeschildert. Die „Maori Language Commission“ will das langsame Aussterben der Sprache durch eine hohe Präsenz in den Medien und im täglichen Leben verhindern.

Viele Maori leben jedoch nicht mehr in isolierten Gemeinden, sondern in Großstädten. Neun von zehn Ureinwohnern sprechen Englisch als Hauptsprache. Die Sprache ihrer Vorfahren beherrschen sie nicht mehr oder nur teilweise. Zum Einsatz kommt das Maorische deshalb bei vielen Einheimischen in kirchlichen Zeremonien oder bei traditionellen Riten. Auch wenn die Sprache tatsächlich aussterben sollte, sind immerhin viele Begriffe mit in den allgemeinen Sprachgebrauch des neuseeländischen Englisch eingeflossen.

Insbesondere in der Pflanzen- und Tierwelt haben die Maori einen großen Einfluss auf die Namensgebung. Die Ureinwohner sind spirituell so eng mit der Natur verbunden, dass sie sich als ein Teil des Landes sehen. Deshalb heißt der neuseeländische Weihnachtsbaum zum Beispiel Pohutukawa. Viele Bäume sind nach maorischen Namen benannt, etwa das Steineibengewächs Rimu oder der immergrüne Baum Kauri.

Neuseeländisches Englisch Beispiele

Natürlich können sich Reisende vorab nicht den gesamten Wortschatz der Neuseeländer aneignen. Viele Begriffe erschließen sich auch aus dem Zusammenhang oder können vor Ort durch Nachfragen erlernt werden. Nichtsdestotrotz ist es hilfreich, im Small Talk ein paar neuseeländische Begriffe verwenden zu können und sich so an die Gegebenheiten des Landes anzupassen.

Hier sind einige umgangssprachliche Ausdrücke, die du kennen solltest.

BegriffÜbersetzung
ArohaLiebe (aus dem Maorischen)
Away with the ferriesTag träumen
Bit of a dageine humorvolle Person
Cheers, mate!Danke, Kumpel!
Chilly binKühlbox
Doing the tonsehr, sehr schnell fahren
French letterKondom
FootpathBürgersteig
GiddayHallo
Haere RaTschüss (aus dem Maorischen)
HakaMaorischer Kriegstanz, der u.a. von der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft aufgeführt wird
Hokey Pokeyspezielles Speiseeis aus Neuseeland und Australien
IwiStamm (aus dem Maorischen)
Ka paiGut gemacht (aus dem Maorischen)
Kia OraHallo (aus dem Maorischen)
KiwiNeuseeländer,
Rack off!Hau ab
SunniesSonnenbrille
SmokoZigaretten- und Ruhepause
Sticky Beakeine (zu) neugierige Person
Tadanke
To Pashküssen
TogsBadeanzug

Aussprache des neuseeländischen Englischs

Das neuseeländische Englisch orientiert sich in seiner Schreibweise und Aussprache stärker an dem britischen Vorbild als dem amerikanischen Englisch. So heißt es zum Beispiel colour statt color oder traveller statt traveler.

Trotz der Gemeinsamkeiten werden im Alltag auch einige Unterschiede deutlich. Die Neuseeländer ziehen den Buchstaben „i“ länger als Engländer, auch wenn diese Aussprache in Australien noch augenfälliger ist. Auch andere Vokale werden im Neuseeländischen länger ausgesprochen als im Mutterland.

Laut Wikipedia kommt es zu einigen Lautverschiebungen, zum Beispiel:

  • Die Neuseeländer sagen pan anstatt pen
  • Pen wird dadurch zu pin
  • Pin wird zu pun
  • Pair wird zu peer

Außerdem typisch ist das Yeeh anstelle von yes, das vor allem jüngere Neuseeländer und Maori auf der Südinsel anwenden.

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