Finanzierungsmöglichkeiten einer Weiterbildung im Ausland

Deine Weiterbildungsmaßnahme kannst du auf verschiedene Art und Weise finanzieren bzw. teilfinanzieren. Es existieren diverse staatliche und private Förderungsmöglichkeiten. Sehr häufig beteiligt sich z.B. der Arbeitgeber an den Kosten für die Weiterbildung seiner Arbeitnehmer. Schließlich profitiert auch er von ihnen.

Bei Arbeitslosen nutzt die Agentur für Arbeit Weiterbildungen als Maßnahme zur beruflichen Reintegration und fördert sie entsprechend. Zudem haben die verschiedenen Bundesländer, die Bundesregierung und die Europäische Union verschiedene Förderprogramme ins Leben gerufen, die ein lebenslanges Lernen fördern. Normalerweise handelt es sich um Zuschüsse, Komplettförderungen sind die Ausnahme. Wir haben dir als Orientierungshilfe einige Förderungsmöglichkeiten unterschiedlichen Zuschnitts aufgeführt:

Steuer

Sämtliche Ausgaben, die du im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung getätigt hast, kannst du beim Finanz¬amt geltend machen und von der Steuer absetzen.

Bildungsurlaub

Durch einen Bildungsurlaub kannst du dich beruflich weiterbilden. Dein Arbeitgeber muss dich in dieser Zeit unter Fortzahlung deines Gehalts frei¬stellen, die Bildungsmaßnahme selbst bezahlst du. Im Schnitt hast du Anspruch auf fünf Tage Bildungsurlaub im Jahr. Du kannst sie auch ins nächste Jahr mitnehmen und dann an einem Stück nehmen. In zwölf von sechzehn Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein) existieren entsprechende Bildungs¬urlaubs-Gesetze. In anderen Bundesländern ist es in der Diskussion, ähnliche Regelungen einzuführen.

Bildungsgutschein

Unter bestimmten Bedingungen kann dir die Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein genehmigen. Sie übernimmt dann die anfallenden Kursgebühren und kommt für eventuell anstehende Fahrt- und Unterkunftskosten bis zu einer maximalen Höhe auf. Ein solcher Bildungsgutschein kann bei einem für die Weiterbildungsförderung zugelassenen Träger eingelöst werden.

Normalerweise musst du eine Berufsausbildung abgeschlossen haben bzw. drei Jahre berufstätig gewesen sein, um Anspruch auf einen Bildungsgutschein zu erheben. Außerdem musst du vorab von der Agentur für Arbeit beraten worden sein. Die von dir geplante Weiterbildung sollte als arbeitsmarktrelevant eingestuft werden. D.h. diese Maßnahme sollte dich vor einer drohenden Arbeitslosigkeit bewahren bzw. das Potential mitbringen, dich aus einer solchen zu befreien und dich auf dem Arbeitsmarkt zu reintegrieren.

Bildungsprämie

Die Bildungsprämie ist eine Förderungsmaßnahme der Bundesregierung. Finanziert wird sie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Europäischen Sozialfonds. Die Bildungsprämie beträgt maximal 500 Euro und kann für jede Art der beruflichen Weiterbildung genutzt werden. Wer erwerbstätig ist und ein zu versteuerndes Einkommen von 20.000 EUR (bzw. 40.000 EUR bei Verheirateten) aufweist, kann einen Prämiengutschein erhalten oder sich am Weiterbildungssparen beteiligen. Bevor du ihn beantragen kannst, musst dich bei einer befugten Beratungsstelle (mehr Infos hier) beraten haben lassen. Ebenfalls Teil der Bildungsprämie sind Weiterbildungsdarlehen: Öffentlich-rechtliche Banken können sie bei langfristigen und teuren Weiterbildungen gewähren.

Bildungskredit

Die Bundesregierung gewährt mit ihrem Bildungskreditprogramm Menschen unterschiedlicher Lebensphasen (von Schulzeit über Studium, Ausbildung, Praktikum) einen ihren Bedürfnissen angepassten, zinsgünstigen Kredit. Er ist unabhängig von deinem individuellen Einkommen und Vermögen. Länderförderungen

In Kooperation mit dem Europäischen Sozialfonds gibt es verschiedene regionale Förderungen durch die sogenannten Bildungs- oder Qualifizierungschecks. Das sind z.B. Bildungsscheck Brandenburg, Bildungsscheck Nordrhein-Westfalen, Förderprogramm Individuelle Weiterbildung in Niedersachsen, Qualifizierungsscheck Hessen, Qualischeck Rheinland-Pfalz, Weiterbildungsscheck Sachsen, Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein, Weiterbildungsscheck Thüringen usw. Die jeweiligen Konditionen und Förderungssätze gehen auseinander.

BAföG

Falls du im Ausland studierst oder ein Praktikum absolvierst, das mit deinem Studium oder deiner Ausbildung in einer klaren Relation steht, so kannst du versuchen, Auslands-BAföG zu beantragen. Du musst dich dafür mindestens zwölf Wochen im Ausland aufhalten. Zudem solltest du ausreichende Kenntnisse in der Unterrichts- und Landessprache aufweisen. Das Auslands-BAföG umfasst einen monatlichen Zuschuss, eine Reisekostenpauschale und die Übernahme von Studiengebühren (bis maximal 4.600 EUR jährlich). Die internationalen Fördersätze unterscheiden sich von den nationalen, daher kannst du auch auf eine Förderung hoffen, wenn du im Inland keine Ansprüche geltend machen konntest.

Mit dem vom Bund und den Ländern geförderten Meister-Bafög – eigentlich Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) – wird die berufliche Weiterqualifikation des Fachkräftenachwuchses im In- wie Ausland gefördert. Es umfasst alle beruflichen Weiterbildungen, die einen beruflichen Aufstieg gewähren, wie z.B. Meisterkurse oder vergleichbare Fortbildungsabschlüsse. Bei einem erfolgreichen Bestehen der Abschlussprüfung wird ein 25 prozentiger Erlass auf die, die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren betreffenden Restdarlehen gewährt.

Leonardo da Vinci

Leonardo da Vinci ist ein Programm der EU, das der beruflichen Bildung der Bürger dient. Gefördert werden berufsbezogene Berufsausbildungen, Berufsausbildungsmaßnahmen, Weiterbildungen und Umschulungen innerhalb der EU. Hierzu gehört eine Aufenthaltspauschale für Unterkunft, Verpflegung, Fahrtkosten und eine eventuell notwendige Reiseversicherung. Je nach Land und Aufenthaltsdauer unterscheidet sich die Höhe der Förderung.

Grundtvig

Von der EU initiiert ist das Grundtvig-Programm. Dieses Programm dient der allgemeinen Erwachsenenbildung und ist Teil des Programms für lebenslanges Lernen. Es umfasst jede Art der Erwachsenen- und Weiterbildung. Teilnehmen kann jeder, der sich nicht gleichzeitig in einer Ausbildung befinden. Jugendliche können z.B. ihren Schulabschluss nachholen.

Weiterbildungsstipendium

Ein Weiterbildungsstipendium ist eine von der Stiftung „Begabtenförderung“ initiierte Förderung beruflicher Weiterbildungen im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Mit dem Stipendium wird drei Jahre lang eine fachliche oder fachübergreifende Weiterbildung finanziert. Die Stipendiaten müssen entweder mindestens in einem 15 Stunden-Vertrag angestellt sein oder als arbeitssuchend gemeldet sein. Sie dürfen maximal 25 Jahre alt sein. Zudem werden gute Schulnoten erwartet oder alternativ die erfolgreiche Teilnahme an einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb. Andernfalls muss dich dein Arbeitgeber oder deine Berufsschule vorgeschlagen haben.

Bildungskredit

Das Bundesverwaltungsamt und die KfW können dir einen Bildungskredit in unterschiedlicher Höhe gewähren. Der Kredit ist unabhängig von der Einkommenshöhe deiner Eltern oder eines möglichen Lebenspartners. Du kannst mit maximal 300 EUR pro Monat über einen Zeitraum von zwei Jahren rechnen. Eine Kombination mit anderen Förderungsarten, wie dem Auslands-BAföG, ist möglich.

Bildungsfonds

Bildungsfonds werden von privaten Gelgebern gestellt. Die Rückzahlungsraten bemessen sich an dem späteren Einkommen. Informationen findest du z.B. unter Bildungsfonds.de, Deutsche Bildung oder bei der Deutschen Kreditbank.

Rehabilitandenförderung

Für den Fall, dass du deinen erlernten Beruf durch Berufsunfähigkeit oder Krankheit nicht länger ausüben kannst, können die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung entsprechende Förderleistungen für die inzwischen notwendig gewordene Weiterbildung (sogenannte Rehabilitandenförderung) übernehmen.

WeGebAU

Das Sonderprogramm WeGebAU (Weiterbildung geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) ist eine Förderung der Bundesregierung für die Weiterbildung von Beschäftigten, die keinen oder einen niedrigschwelligeren Berufsabschluss aufweisen oder seit mehr als vier Jahren nicht mehr im erlernten Beruf gearbeitet haben. Die Fortbildung findet in der Arbeitszeit statt.

Ratgeber zu Weiterbildungen im Ausland

Gründe für eine Weiterbildung im Ausland
„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.“, sagte einst der englische Komponist Benjamin Britten (1913-1976). Damit beschrieb er letztlich auch die Funktion sämtlicher Weiterbildungsmaßnahmen: ...
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Voraussetzungen für die Teilnahme an einer Weiterbildung
Die Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Weiterbildungsprogramm sind so unterschiedlich wie die verschiedenen Arten der Weiterbildung selbst. Fast immer gilt, dass du mindestens einen bestimmten Studien- oder Berufsabschluss aufweisen ...
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Arten der Weiterbildung im Ausland
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Die passende Weiterbildung finden
Im In- wie Ausland gibt es zahlreiche Weiterbildungsangebote. Zu überblicken, welches Angebot sich für deine Vorhaben und deine Ansprüche am besten eignet, ist daher nicht immer einfach. Du kannst im ...
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Zur Weiterbildung in Eigenregie
Falls du im Alleingang eine Weiterbildung im Ausland finden möchtest, so stehen dir bei deiner Recherche zahlreiche Datenbanken zur Verfügung. Allein im deutschsprachigen Raum existieren rund 200 solcher Weiterbildungsdatenbanken, beispielsweise: ...
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Vermittlung einer Weiterbildung über eine Agentur
Falls du weder die Zeit noch die Möglichkeit hast, in Eigenregie nach einer passenden Weiterbildung im Ausland zu suchen, so existieren zahlreiche Beratungsmöglichkeiten. Thematisch ist ihr Programmangebot nahezu grenzenlos. Insbesondere ...
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Aus- und Weiterbildung im Ausland - die Möglichkeiten
Auslandserfahrung macht sich gut im Lebenslauf und ist für viele Menschen eine unvergessliche Erfahrung, an die sie sich ihr Leben lang erinnern. Neben Reisen ins Ausland, Praktika oder Arbeiten im ...
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Begabtenförderung für berufliche Bildung
Mühe und Talent werden belohnt – so auch im deutschen Weiterbildungswesen. Um die Zukunft der Führungselite in Wirtschaft, Forschung und Technik nicht vom Einkommen abhängig zu machen, hat das Bundesministerium ...
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