Den Schüleraustausch selbst planen

Deinen Schüleraustausch kannst du auch ohne einen Veranstalter organisieren. Das ist allerdings kein ganz einfaches Unterfangen. Die Planung unterscheidet sich je nach Zielland. Eine große Hilfe ist es, wenn du vor Ort bereits persönliche Kontakte hast, z.B. eine befreundete Familie, bei der du leben könntest.

Äußerst hilfreich ist es auch, vorab die Erfahrungswerte und Meinungen ehemaliger Austauschschüler einzuholen, die diesen Schritt bereits gegangen sind. Neben dem persönlichen Gespräch, kannst du dich auch im Netz, z.B. in Foren und Blogs, informieren und austauschen. Einige ehemalige Austauschschüler und erfahrene Vermittler haben ihre Erfahrungen in literarischer Form (Digital und Print) zusammengestellt. Solche Ratgeber helfen, klassische Anfängerfehler zu vermeiden.

Hilfreich kann es sein, eine Schüler-Austausch-Messe und Jugendbildungsmesse in der Region zu besuchen. Hier hast du die Möglichkeit, mit verschiedenen Austauschorganisationen in einen direkten Kontakt zu treten und dich auf unkomplizierte Weise über ihre Programme zu informieren.

Je nach Land unterscheidet sich der Aufwand, den du betreiben musst, um dort an einem Schüleraustausch teilnehmen zu können. Die Hürden innerhalb der EU sind eher niedrig. In den USA hingegen ist ein Austausch nur möglich, wenn die Schule das „I-20 Formular“ ausfüllt. Und das kann nur jeweils eine Schule pro School District. Zudem musst du bei einem privaten Austausch in den USA ein hohes Schulgeld zahlen, das weit höher sein kann als die (eingesparten) Programmkosten eines Veranstalters.

Im Unterschied zu einem durch eine Organisation vermittelten Austausch musst du sämtliche Behördengänge (Visum, Freistellung im Inland und Schulbehörde im Ausland usw.) und alle weiteren Schritte (Suche nach einer Gastfamilie, einer Schule, einem Flug und weiteren Transfers sowie einer Auslandskrankenversicherung) im Alleingang bzw. zusammen mit deinen Eltern erledigen. Beachten musst du unbedingt die Anmelde- und Vorlauffrist an den Schulen. Ein eigenorganisierter Austausch bedeutet ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Ein Vorteil des selbstorganisierten Aufenthaltes ist es, dass du eine sehr freie Wahl über die Zieladresse, Gastfamilie und Schule hast. Zudem sparst du dir Programmgebühren, was sich aber durch hohe Schulgebühren relativieren kann.

Jedoch verzichtest du auf eine kompetente persönliche Beratung und Servicepakete, die dir ein Veranstalter bieten könnte. Dazu gehören z.B. vor- und nachbereitenden Kurse mit einem interkulturellen Training, schriftliche Infomaterialien, ein abschließendes Teilnahmezertifikat uvm. Falls du im Zielland Probleme haben solltest (z.B. mit deiner Gastfamilie), so fehlt ein Ansprechpartner. Die Gastfamilie zu wechseln, ist daher nur unter erschwerten Bedingungen möglich. In diesem Fall musst du abermals selbst recherchieren, um eine Ausweichmöglichkeit finden.

Teilweise wird eine Anmeldung an einer High School nur durch eine direkte Platzierung über eine Organisation akzeptiert. Manche Austauschorganisationen räumen in gewisser Weise Sonderkonditionen ein, indem sie dich trotz einer selbst ausgewählten Gastfamilie in ihr Programm aufnehmen. Du zahlst dann den Programmpreis des Anbieters und nicht das Schulgeld.

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