Welche Arten von Schüleraustausch gibt es?

Bildquelle: Jorge Salcedo / Shutterstock.com

Drei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gingen im Jahr 1948 die ersten deutschen Schüler in die USA. Vier Jahre später folgten die ersten amerikanischen Jugendlichen nach Deutschland. Weitere Destinationen in aller Welt kamen allmählich hinzu. Durch diesen Kulturaustausch wollten sich die Nationen langsamen wieder einander annähern und insbesondere der junge Generation ein unvoreingenommenes Kennenlernen ermöglichen.

Jahrzehntelang waren Gruppen- und Klassenaustausche die beliebteste Form. Heutzutage haben sich die Interessen der Schüler etwas gewandelt und der Austausch einzelner Schüler erfreut sich der größten Beliebtheit. Aufgrund dessen ist nicht immer nur von „Schüleraustausch“ die Rede, sondern auch von einem Austausch- oder Auslandsjahr, einem Schuljahr im Ausland oder einem High-School-Jahr.

Klassischer Schüleraustausch und Gruppenaustausch

Ein klassischer Schüleraustausch besteht aus dem gegenseitigen Besuch von Schulklassen bzw. Schülern zweier Länder. Jeder Schüler kommt bei einer Gastfamilie unter, die ein Kind in der gleichen Altersklasse hat, das ebenfalls an dem Austausch teilnimmt. Zusammen besuchen sie den regulären Unterricht. Im Anschluss folgt ein Gegenbesuch durch die ausländische Schulklasse. Durchschnittlich bleiben die Schüler für ein bis vier Wochen im Ausland.

Ursprünglich war ein solcher Klassenaustausch die einzige Art von Schüleraustausch. Heutzutage steht diese Form jedoch gegenüber dem individuellen Austausch zurück. Zumeist sind es Partnerschulen oder Partnerstädte, die einen derartigen Schüleraustausch organisieren. Die Ansprechpartner sind beispielsweise Sprach- und Beratungslehrer oder Mitarbeiter aus dem Rathaus oder der Gemeinde. Durch die kurze Verweildauer im Ausland verpassen die Jugendlichen relativ wenig Stoff an der Heimatschule.

Individueller Schüleraustausch

Weit häufiger als an einem klassischen Gruppen- oder Klassenaustausch nehmen Schüler heutzutage an einem individuellen Schüleraustausch teil. D.h. sie gehen als einzelne Schüler ins Ausland und leben entweder bei einer Gastfamilie oder im Internat. Gleichzeitig besuchen sie regelmäßig eine Schule im Bezirk. Ein Gegenbesuch durch ein Kind aus der Gastfamilie oder einen anderen ausländischen Schüler findet nicht statt. Ein individueller Schüleraustausch dauert im Schnitt drei Monate bis ein Jahr. Die meisten Teilnehmer sind zwischen 15 und 17 Jahre alt.

Viele Schüler bevorzugen es, bei einer Gastfamilie unterzukommen. Das ist in der Regel kostengünstiger als im Internat zu leben. Außerdem sind sie auf diese Weise in das Familienleben und die landestypische Lebensart eingebunden. Sie können genauso leben, wie es ein einheimischer Jugendlicher tun würde. Falls du auf eine Privatschule oder ein Internat gehen möchtest, so lohnt sich ein intensives Vergleichen der Angebote, Leistungen und Preise. Privatschulen können eine bestimmte religiöse, gesellschaftliche oder fachliche Ausrichtung aufweisen oder eine bestimmte Gesellschaftsstruktur repräsentieren. Gute Noten und (außerschulisches) Engagement spielen häufig bei der Annahme der Schüler eine besondere Rolle.

Während des Austauschs wirst du vom heimatlichen Schulunterricht beurlaubt. Stattdessen besuchst du im Ausland eine Schule, die möglichst gleichwertig zu deiner heimatlichen Schulart ist. Je nach Schule und Aufenthaltsdauer herrschen unterschiedliche Anforderungen an deine Rückkehr und du musst gegebenenfalls die Jahrgangsstufe wiederholen. Die Organisation des Austauschs kannst du eigenständig planen, eine gemeinnützige Organisation zu Rate ziehen oder eine private Vermittlungsagentur einschalten.

TEILEN