Ungewöhnliche Work & Travel-Destinationen: Warum du es wagen solltest

Seit dem Start der Working-Holiday-Programme führt Australien die Liste der beliebtesten Work & Travel-Destinationen an. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Amtssprache ist Englisch, das Land ist wohlhabend und Jobs scheint es in dem riesigen, aber dünnbesiedelten Land für alle zu geben. Wenn man nicht gerade eine ausgeprägte Spinnen- oder Schlangenphobie hat, spricht eigentlich alles für Australien. Auch Nachbar Neuseeland sowie Kanada sind als Work & Travel-Destinationen bei jungen Deutschen sehr beliebt.

Doch jenseits dieser Top 3 gibt es noch viele weitere Working Holiday-Destinationen. Mitunter ist es sinnvoll sich für ein „exotisches“ Work & Travel-Ziel zu entscheiden, denn damit hebt man sich von der Masse ab. Englisch kann heutzutage schließlich (fast) jeder. Viel spannender ist es dagegen, Portugiesisch, Spanisch oder eine gefragte asiatische Sprache perfekt zu beherrschen. In diesem Beitrag stellen wir fünf Work & Travel-Alternativen zu Australien, Neuseeland und Kanada vor und verraten warum es sich lohnt, dort hinzufahren.

Japan

Hast du Lust auf eine faszinierende, jahrtausendalte Kultur? Interessieren dich Traditionen, Bräuche und Umgangsformen, die sich deutlich von dem unterscheiden, was wir hierzulande kennen? Willst du eine außergewöhnliche Sprache lernen? Wenn du diese Fragen bejahen kannst, dann ist das Land der Kirschblüte und Kimonos vermutlich dein Work & Travel-Traumziel. Japan fasziniert mit seiner Mischung aus uralter Tradition und ultramodernem Lifestyle. Im Land der aufgehenden Sonne kommt man mitunter aus dem Staunen nicht mehr raus. Da Englisch in Japan noch nicht allzu verbreitet ist, bist du gezwungen, die Sprache zu sprechen und kannst deine Sprachkenntnisse während des Work & Travel-Aufenthalts perfektionieren. Falls du noch gar kein Japanisch sprichst, musst du dir auch keine Sorgen machen: Viele Work & Traveller absolvieren zu  Beginn des Aufenthalts einen Intensivsprachkurs. Dort lernst du gleich Leute kennen und wirst außerdem über die wichtigsten Umgangsformen informiert, was wiederum bei der Jobsuche hilfreich ist. Für Japan spricht außerdem, dass es eine der wohlhabendsten und wirtschaftsmächtigsten Nationen der Welt ist. Daher bietet es einerseits eine hervorragende Infrastruktur für Reisende, andererseits auch vergleichsweise viele Jobs vor Working Holiday Maker. Die meisten Work & Traveller in Japan arbeiten im Tourismus, in der Landwirtschaft und als Sprachlehrer.

Mehr Infos zu Work & Travel in Japan findest du auf http://www.work-and-travel-japan.de/

Chile

Spanisch ist nach Mandarin und Englisch die meistgesprochene Sprache der Welt. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen diese Weltsprache erlernen möchten. Dank des Working Holiday-Abkommens mit Chile können junge Deutsche zwischen 18 und 30 Jahren seit 2014 nun endlich auch Work & Travel in Südamerika machen. Neben der beliebten spanischen Sprache locken auch atemberaubend abwechslungsreiche Landschaften, unheimlich freundliche Menschen, uralte kulturelle Stätten und moderne Großstädte auf dem südlichen Kontinent. Chile zieht vor allem Naturliebhaber magisch an. Das Land erstreckt sich weit über 4.000 Kilometer von Nord nach Süd und damit auch über ganz unterschiedliche Klimazonen. Daher bietet das faszinierende Land im südlichen Lateinamerika so vielfältige Landschaften wie Wüste, Steppe, Regenwald, Gletscher, erhabene Skigebiete, Sechstausender und feurige Vulkane. So unterschiedlich wie die Landschaften sind auch die Kontraste zwischen modernen, kosmopolitischen Großstädten und dem abgeschiedenen Patagonien und anderen ländlichen Gebieten. Die meisten Work & Traveller in Chile kommen in der Gastronomie, Hotellerie und anderen Zweigen der Tourismusbranche unter. Darüber hinaus gibt es viele Jobs in der Landwirtschaft, wie zum Beispiel auf ökologischen Bio-Farmen oder auf Pferderanches. Vor allem Pferdeliebhaber mit Erfahrung und einer ausgeprägten Leidenschaft für die Vierbeiner kommen in Chile auf ihre Kosten und können unter anderem in Patagonien einzigartige Jobs mit Pferden finden. Die Verdienstmöglichkeiten für Working Holiday Maker in Chile sind allerdings nicht mit denen in anderen Work & Travel-Ländern wie Australien oder Kanada vergleichbar. Oft arbeitet man nur für freie Kost und Logis. Nichtsdestotrotz ist Work & Travel auf dem südamerikanischen Kontinent einmalig und nicht mit Geld aufzuwiegen!

Südkorea

Das kleine Land im Süden der koreanischen Halbinsel steht oftmals ein wenig im Schatten seiner großen Nachbarn Japan und China. Direkt zwischen den zwei asiatischen Supermächten gelegen, steht seine Kultur im ständigen Austausch mit Japan und China. Nichtsdestotrotz besitzt das Land viele Besonderheiten und eine ganz eigene Kultur, die es zu entdecken lohnt. Südkorea hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wohlhabenden Industriestaat entwickelt, das vor allem bei Elektroprodukten eine marktbeherrschende Stellung einnimmt. Work & Traveller in Südkorea haben also beste Voraussetzungen, einen interessanten Job zu ergattern. Bereits seit 2009 besteht ein Working-Holiday-Abkommen zwischen Deutschland und Südkorea. Dieses erlaubt jungen Reiselustigen aus Deutschland sich bis zu zwölf Monate im Land aufzuhalten und dort bezahlte Jobs anzunehmen. Wie in Japan auch sind Kenntnisse der Landesprache eine notwendige Voraussetzung für die Jobsuche. Viele Work & Traveller arbeiten allerdings auch als Sprachlehrer, wofür nur wenige Koreanisch-Kenntnisse erforderlich sind. Anders als in vielen anderen Work & Travel-Ländern gibt es kein zeitliches Limit beim Jobben in Südkorea. Das heißt, man kann innerhalb der zwölf Work & Travel- Monate so lange wie man möchte für den gleichen Arbeitgeber tätig sein. Hat man also einmal seinen Traumjob ergattert, ist man in Südkorea weniger limitiert als in anderen Work & Travel-Ländern. Besonders interessant für alle Lehreraspiranten und andere Interessierte im Bereich Bildung sind die sogenannten Teach & Travel-Programme, die von diversen internationalen Agenturen vermittelt werden. Working Holiday Maker unterrichten dabei Englisch an südkoreanischen Schulen. Diese Programme bieten einen tiefen Einblick sowohl in den Lehrerberuf als auch in das Gastland Südkorea.

Hongkong

Work & Travel in China: Auch das ist mittlerweile möglich und zwar schon seit dem Jahr 2009. Zwar nicht direkt in dem Riesenreich, aber immerhin gibt es Working-Holiday-Visa für die Sonderverwaltungszone Hongkong. Hongkong ist in vielerlei Hinsicht extrem spannend: Zum einen ist die Metropole eines der dichtbesiedelten Gebiete der Welt. Dort erlebst du das pulsierende Leben bei Tag und bei Nacht. Zum anderen bietet die Stadt, die noch bis 1997 zum britischen Empire zählte, spannende Gegensätze aus Hypermoderne, Natur und Traditionen. Hongkong hat zwar eine der höchsten Lebenshaltungskosten der Welt, dafür bietet es aber auch großartige Jobmöglichkeiten für ambitionierte Work & Traveller. Besonders die zahlreichen internationalen Firmen mit Sitz in Hongkong sind interessante Anlaufstellen für Working Holiday Maker. Dort kann man spannende Praktikumsplätze und mit etwas Glück auch einen bezahlten Job ergattern. Im Vergleich zu Japan und Südkorea ist Englisch in Hongkong natürlich viel verbreiteter und sogar offizielle Amtssprache. Wer nicht will muss sich hier definitiv nicht mit einer neuen Fremdsprache rumschlagen, anderseits bietet der Stadtstaat aber auch eine gute Chance, Chinesisch zu lernen.

Brasilien

Das Riesenland im südlichen Amerika ist eines der jüngsten Work & Travel-Länder. Erst 2015 wurde ein entsprechendes Abkommen mit der aufstrebenden Nation am Atlantik geschlossen. Die ersten Work & Traveller stehen zwar noch in den Startlöchern, da noch einige innerstaatlichen Implementierungen notwendig sind, aber schon bald brechen die Pioniere auf zum Work & Travel in Brasilien. Das Land des Samba und der schönen Menschen ist riesig, es bedeckt fast die Hälfte des gesamten südamerikanischen Kontinents, nämlich 47 Prozent. Daher ist es das ideale Work & Travel-Ziel, denn man braucht mindestens ein Jahr, um dieses riesige Gebiet in all seinen Facetten zu erleben. Bislang war es für Traveller äußerst schwierig, länger als drei Monate im Land zu bleiben, da die Bestimmungen der brasilianischen Regierung sehr streng sind. Das Working-Holiday-Abkommen bietet nun endlich die Möglichkeit, dieses kulturell und landschaftlich reiche Land wirklich tief zu erleben und kennenzulernen. Wer das brasilianische Portugiesisch sexy findet, lange Tage am Strand liebt und gern ausgelassen feiert, der sollte Work & Travel in Brasilien wagen. Jobmöglichkeiten gibt es vor allem im Tourismus, in der Landwirtschaft sowie als Sprachlehrer. Zwar ist es weiterhin schwierig, gutes Geld in Brasilien zu verdienen, aber beim Arbeiten erhält man unbezahlbare Einblicke in dieses fesselnde Land, seine Kultur, die Menschen und den ganz normalen Alltag.

Fazit

Ein Work & Travel-Aufenthalt abseits der beliebten Destinationen ist zweifellos eine großartige Idee. Du lernst außergewöhnliche Länder, die sich mitunter stark von europäischen Kulturen unterscheiden, tiefgründig kennen und verstehen. Außerdem erwirbst du Kenntnisse in einer Sprache, die nicht jeder kann. Du erlebst besonders herzliche Begegnungen, weil Work & Traveller in diesen Ländern oft noch etwas Besonderes sind. Work & Travel in Destinationen abseits vom Mainstream erfordert eine Extraportion Mut, weil die Strukturen für Working Holiday Maker noch nicht so etabliert sind wie in den populären Work & Travel-Ländern. Meist zahlt sich das aber in Form von außergewöhnlichen Erlebnissen und Erfahrungen aus.

Welche Länder für Work & Traveller weltweit via Working Holiday Visum zu bereisen sind und welche alternativen Working Holidays du auch OHNE temporäres Arbeitsvisum verbringen kannst, zeigt dir das unabhängige Fachportal http://www.auslandsjob.de/.

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