Arbeiten in England

England ist unter Deutschen ein beliebtes Auswanderungsziel. Dies mag auch durch die vergleichsweise niedrige sprachliche Hürde begründet sein. Das Land bietet jedoch noch weitere Vorzüge. Die Landschaft besticht durch ihre Vielfäligkeit, von der atlantischen Steilküste im Südwesten, der Irischen See im Westen und der Nordsee im Osten über London, einer der größten und dynamischsten Metropolen Europas, bis in die ländlichen, punktuell jedoch auch durch Industrie geprägten Regionen des Nordens. Noch dazu England kann nicht nur ein herausragendes historisches Erbe vorweisen. Du träumst davon, in England zu leben und zu arbeiten? Vor allem Fachkräfte, Techniker und Ingenieure haben gute Chancen auf dem englischen Arbeitsmarkt.

Arbeitsmarkttrends in England

Die Finanzkrisen der letzten Zeit haben auch vor Großbritannien und England keinen Halt gemacht. Auf dem Arbeitsmarkt sind die Folgen weiterhin spürbar. Die Konjunktur ist nachhaltig gehemmt, die Aussichten unsicher. Im öffentlichen Sektor sowie auf dem Finanz-, Versicherungs- und Immobiliensektor hat die Krise auf längere Sicht eine deutlich verringerte Personalnachfrage verursacht. Dennoch kann in Großbritannien derzeit immerhin ein niedriges Wirtschaftswachstum verzeichnet werden. Trotz leicht zunehmender Arbeitslosigkeit kann Großbritannien zudem weiterhin auf eine Beschäftigungsquote, die über dem EU-Durchschnitt liegt, sowie auf eine im EU-Vergleich niedrige Arbeitslosenquote vorweisen. Überdurchschnittlich oft sind jedoch junge Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. In London sowie im Süden Englands gibt es die höchste Beschäftigungsdichte. Die Industrie ist der größte Arbeitgeber. Die Landwirtschaft spielt hingegen nur eine marginale Rolle.

Nachfolgend aufgeführte Bereiche gelten als Wachstumsbranchen der Wirtschaft Englands bzw. ganz Großbritanniens. Insbesondere qualifizierte Fachkräfte, Techniker und Technikerinnen sowie Ingenieurinnen und Ingenieure haben gute Chancen.

  • Pharmaindustrie
  • Elektrotechnik und Elektronik
  • Maschinenbau
  • Erneuerbare Energien
  • Informations- und Kommunikationstechnik
  • Medizintechnik
  • Umwelttechnik

Darüber hinaus wird auch Personal aus den folgenden Berufsgruppen verstärkt gesucht:

  • Ärzte
  • Pflegekräfte
  • Biowissenschaftler
  • Verkaufspersonal
  • Köche
  • Hotel- und Restaurantfachleute
  • Barkeeper
  • Haushaltshilfen
  • Reinigungskräfte

Mit der Weltsprache Englisch als Landessprache liegt die linguale Hürde in England für Auswanderer vergleichsweise niedrig. Gute Kenntnisse des Englischen sind jedoch eine unabdingbare Voraussetzung, um auf dem Arbeitsmarkt Erfolg verzeichnen zu können. Die Löhne werden in England in der Regel als Wochenlohn angegeben. Ein Vollzeitangestellter verdiente im Jahr 2009 durchschnittlich umgerechnet 589 Euro brutto wöchentlich. Es besteht ein stündlicher Mindestlohn von 6,90 Euro. Für Arbeitnehmer unter 21 Jahren gilt dieser jedoch nicht. Beachten solltest du zudem, dass eine starke Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern herrscht. Durchschnittlich liegt der Lohn einer Frau rund 22 Prozent unter dem eines Mannes. In London ist das Leben rund 10 Prozent teurer als im britischen Durchschnitt.

Jobsuche in England

Mittels einiger Online Jobbörsen und -portalen kannst du online direkt nach passenden Stellenangeboten in England suchen:

Du kannst deine Arbeitskraft darüber hinaus auch per Initiativbewerbung direkt bei englischen Unternehmen und Arbeitgebern – idealerweise aus den Wachstumsbranchen – anbieten. Bei der Kontaktsuche kannst du die „Gelben Seiten“ des Vereinigten Königreichs nutzten.

Lohnenswert ist auch ein Blick in die Stellenanzeigen der großen Zeitungen:

Es gibt zudem eine Vielzahl privater Vermittlungsagenturen.

Richtig bewerben in England

Die „richtige“ Bewerbung weist in England einige Besonderheiten auf. Um Diskriminierung vorzubeugen, ist es nicht üblich, Alter, Religion und Familienstand im Lebenslauf anzugeben. Auch werden Fotos nur in Einzelfällen angefügt.

Die Bewerbung umfasst ein möglichst aussagekräftiges Motivationsschreiben und einen „amerikanischen“ Lebenslauf. Letzterer verbreitet sich auch in Deutschland zunehmend und ist durch eine umgekehrte chronologische Auflistung charakterisiert. Das Aktuellste steht demnach am Anfang, um dem Arbeitgeber einen schnellen Eindruck über die jüngste Entwicklung des Bewerbers zu vermitteln. Geforderte Anlagen sollten möglichst ins Englische übersetzt, Noten in das englische Notensystem übertragen werden.

Ansonsten stehen Arbeitssuchenden in England beim Verfassen ihrer Bewerbung vor den gleichen Herausforderungen wie in Deutschland. Achte stark auf Individualität. Eine Bewerbung, die an einen Serienbrief erinnert, dürfte geringe Erfolgsaussichten versprechen. Es lohnt sich, eine intensive Recherche zum Unternehmen bzw. dem Arbeitgeber durchzuführen und im Anschreiben explizit auf das Stellenprofil einzugehen. Stelle deine Qualifikationen in Bezug auf das Stellenprofil klar und selbstbewusst heraus. E-Mail-Bewerbungen sind üblich.

Einreise

Als EU-Bürger kannst du ungehindert einreisen. Du benötigst hierzu kein Visum, sondern lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Es besteht keine Meldepflicht. Das Beantragen einer Aufenthaltsgenehmigung ist ebenfalls nicht verpflichtend, kann sich bei längeren oder dauerhaften Aufenthalten allerdings als vorteilhaft erweisen. Beispielsweise können bestimmte Bankgeschäfte ohne Aufenthaltsgenehmigung nicht durchgeführt werden.

Englische Einwanderungspolitik

Möchtest du länger als sechs Monate im Land leben, so kannst du auch eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Hierzu musst du eine Erwerbstätigkeit bzw. einen gesicherten Lebensunterhalt nachweisen. Der Antrag sollte binnen der ersten sechs Monate des Aufenthaltes gestellt werden. Antragsformulare sind auf der Internetpräsenz des Innenministeriums abrufbar.

Für die Erwerbstätigkeit brauchen EU-Bürger keine Arbeitserlaubnis. Bürger der neuen osteuropäischen EU-Staaten unterliegen jedoch einer Sonderregelung. Für sie gilt vorübergehend eine Registrierungspflicht. Rumänen und Bulgaren benötigen zudem zunächst eine spezielle Arbeitserlaubnis.

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