Staatliche Freiwilligendienste

Der deutsche Staat steht einigen internationalen Freiwilligenprojekten vor, in denen sich insbesondere junge Leute engagieren können. Diese Arbeit wird als Freiwilligendienst bezeichnet. Die Programme kooperieren mit verschiedenen größeren Entsendeorganisationen, die ihren Sitz in Deutschland haben müssen. Bevor du dich auf eines der staatlichen Programme bewerben kannst, musst du also eine Entsendeorganisation gefunden haben. Leider informieren manche Programme kaum darüber, wer ihre Partner sind.

Zu den Vorteilen staatlicher Freiwilligenprogramme gehört es, dass die Teilnahme meistens kostenlos ist und die Teilnehmer sogar ein kleines monatliches Taschengeld erwarten könnte. Die Nachteile sind eine begrenzte Teilnehmerzahl und eine entsprechend große Konkurrenz, fixe Bewerbungsfristen und Starttermine sowie feste Programminhalte und Entsendeorte. Flexibilität und Individualismus werden eher untergeordnet.

Den staatlich geförderten Freiwilligendiensten ist es gemeinsam, dass sie mindestens sechs Monate dauern und es Vorbereitungs- und Begleitseminare gibt. Häufig werden Kost und Logis gestellt und das Kindergeld kann weiter ausgezahlt werden (Ausnahme ADiA). Manche Programme bieten außerdem Taschengeld-, Teil- oder Vollstipendien.

  • ADiA (Anderer Dienst im Ausland): Zu Zeiten des Wehrdienstes bot ADiA anerkannten Wehrdienstverweigerern die Chance, im Ausland einen Zivildienst abzuleisten. Trotz des Wegfalls des Wehrdienstes besteht ADiA fort. 18 bis 23 Jährige können für mindestens acht Monate soziale und pädagogische Arbeit verrichten. Mögliche Zielländer sind alle EU-Mitglieder sowie Australien, Kanada, China und Südafrika.
  • Europäischer Freiwilligendienst (EFD, s. auch European Voluntary Service (EVS)): 18 bis 25 Jährige (in Ausnahmefällen auch 16 bis 30 Jährige) haben die Chance, sechs bis zwölf Monate im Ausland im sozialen, kulturellen, ökologischen oder pädagogischen Sektor zu arbeiten. Sie nehmen zusätzlich an Sprachkursen teil.
  • Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Ausland und Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Ausland: Du musst 16 bis 27 Jahre alt sein (in einigen Ländern mindestens 18 Jahre). Die Schul- oder Berufsausbildung muss nicht abgeschlossen sein. Zur Vorbereitung sollte eine mehrwöchige Bildungsarbeit in Form einer vierwöchigen Vor- und einwöchigen Nachbereitung stattfinden. Du erhältst zwar eine staatliche Förderung, die aber nicht zwingend ausreicht, um die anfallenden Kosten zu decken. Die Fahrtkosten musst du selbst tragen.
  • Grundtvig: Das „Freiwilligenprojekte 50+“ (Senior Volunteering Projects) richten sich speziell an Teilnehmer jenseits des 50. Lebensjahres. Sie können sich im sozialen und ökologischen Sektor im europäischen Ausland einbringen. Ein Einsatz kann mit maximal 400 EUR bezuschusst werden.
  • IJFD (Internationaler Jugendfreiwilligendienst): Menschen von 18 bis 26 Jahren können unabhängig von der Herkunft, dem Schulabschluss und dem Einkommen teilnehmen. Der IJFD soll der beruflichen Orientierung und Völkerverständigung dienen. Möglich ist er theoretisch in jedem Land der Erde.
  • kulturweit: Ist eine Kooperation des Auswärtigen Amtes und der Deutschen UNESCO-Kommission. Teilnehmen können 18 bis 26 Jährige mit Abitur oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Ein Einsatz dauert ein halbes bis ganzes Jahr. Typische Dienste sind Lehrerjobs in deutschen Auslandsschulen, Öffentlichkeitsarbeit, Projekt- und Kulturmanagement. Die Einsatzgebiete liegen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Mittel- und Osteuropa. Der Freiwilligendienst wird monatlich mit einem Taschengeld bezuschusst. Jedes Jahr gibt es zwei Bewerbungsphasen.
  • weltwärts: Ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren (mindestens mit Fachhochschulreife/ Abitur bzw. Berufsabschluss) können in zahlreichen Ländern der Erde einen sechs- bis 24-monatigen Freiwilligendienst ableisten.

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